Metadata : Mexico

16

Wirtschaftsgeschichtliche Skizze,

lionen (22% der Gesamtbevölkerung), die der Weißen 1-1 Millionen
 (18%) betragen haben. Letztere Zahl ist sicherlich zu
hoch, wie man angesichts des geringen Nachschubs aus Spanien,
der verhältnismäßig ansehnlichen Auswanderung nach den
Philippinen und nach Florida sowie der bedeutenden Vermischung
 mit dem indianischen Element annehmen muß.
Da die Indianer und die Mehrzahl der Mischlinge in selbständiger
 wirtschaftlicher Tätigkeit nur etwas Landwirtschaft
neben Jagd und Fischfang (zumeist in der altindianischen
Weise) betrieben, ‚so müssen die Spanier und Kreolen als die
Träger der mexicanischen Überschußwirtschaft während der
Kolonialzeit betrachtet werden: sie waren die Unternehmer,
Indianer, Mischlinge und Neger die Arbeiter.
Die Spanier hatten von ihrer Heimat und den Canarischen
Inseln Haustiere, N utzpflanzen, Geräte und technische Kenntaisse
 mitgebracht und damit dem mexicanischen Wirtschaftsbetrieb
 eine große Zahl neuer Elemente zugeführt, die vielerorts
geradezu eine Umwälzung der Verhältnisse hervorgerufen
haben. Die europäischen Getreidearten und sonstigen Nahrungsund
 Nutzgewächse fanden nebst den europäischen Obstsorten
ihre Stätte im kalten Land und der oberen Abteilung des gemäßigten
 Landes (untere Kulturgrenze europäischen Getreides
im tropischen Mexico etwa 1500 m, obere 3150m ü.M.), subtropische
 und tropische Nutzgewächse im gemäßigten und
heißen Land (Orangen, Zuckerrohr, Bananen u. a.). Die europäischen
 Haustiere, Pferde, Esel, Rinder, Schafe, Ziegen gediehen
auf den wirtschaftlich bisher gar nicht benutzten natürlichen
Weideflächen, zu denen bald künstliche in weitem Umfange
hinzutraten, vorzüglich; auch die Schweine- und Hühnerzucht
bürgerte sich rasch und mit bestem Gelingen ein. Die mitgebrachten
 einfachen Pflüge gestatteten auf nicht allzu festem,
ziemlich ebenem Boden mit Hilfe der eingeführten Zugtiere
raschere Feldbestellung, die Wolle der eingeführten Schafe
rief im Lande eine besondere Textilindustrie hervor. Später
wurden noch weitere Kulturpflanzen eingeführt (Kartoffeln,
Reis, Kaffee) und so die Möglichkeiten der Landwirtschaft vermehrt.
 Die Einführung gemünzten Geldes verdrängte allmählich
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.