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Wirtschaftsgeschichtliche Skizze,
trotz der nicht unbeträchtlichen. Verluste durch Auswanderung,
Kriege, den Aufstand der Maya-Indianer (1847)") u. dgl., trotz
des enormen Gebietsverlustes von 1*/, Millionen km* an die
Vereinigten Staaten (1848 und 1853) die Bevölkerung bis zum
Jahre 1862 auf 8*/,, bis zum Jahre 1900 auf über 18*/,, bis 1910
auf 15 Millionen Seelen angewachsen”). Dazu kommt der für
die wirtschaftliche Entwicklung nicht ganz unwichtige Punkt,
4) Dieser Aufstand hat mit dem langen nachfolgenden Kleinkrieg für
die Bevölkerung der Halbinsel Yucatän- geradezu katastrophale Nach-
wirkungen gehabt, wie denn die Volkszahl der Halbinsel von 465.000 zu
Anfang des 19. Jahrhunderts auf 406.000 in 1921 zurückgegangen ist: eine
Abnahme um 127% in einem Zeitraum von mehr als einem Jahrhundert,
während die Nachbargebiete in der gleichen Zeitspanne ihre Bevölkerung
vermehrfacht, ja zum Teil vervielfacht haben. Aber auch andere Indianer-
stämme haben die Entwicklung der Bevölkerung und ihrer Wirtschaft
manchmal sehr erheblich aufgehalten, so die Indianeraufstände in Chiapas
in der Mitte des 19. Jahrhunderts, die Raubzüge der Apachen im Norden,
denen erst um 1890 durch Zusammenarbeit der mexicanischen und nord-
amerikanischen Regierung ein Ende gesetzt werden konnte, und die Er-
hebungen der Yaquis in Sonora, gegen die zur Zeit die mexicanischen
Regierungstruppen wieder im Kampfe stehen.
2) Bezüglich der tatsächlichen Verteilung der Bevölkerung machte
Sievers 1900 darauf aufmerksam, daß die südlichen Hochlandstaaten
weitaus am dichtesten bevölkert waren (31 Einwohner pro km”), während
die mehr peripherischen Gebiete des mexicanischen Blocks wesentlich
dünner bevölkert waren: mittlere Hochlandstaaten (Aguascalientes,
S. Luis Potosi und Zacatecas) 8°6 Einwohner pro km”, nördliche Hoch-
landstaaten 28, atlantische Küstenstaaten (Veracruz und Tamaulipas) 7’5,
züdliche pazifische Küstenstaaten 9'7 und nordwestliche pazifische Küsten-
staaten (Tepie, Sinaloa, Sonora) 23. Noch wesentlich geringer war aber
die Volksdichte auf der Halbinsel Niederkalifornien 03, während das
transisthmische Mexico wiederum eine Volksdichte von 41 erreichte. An-
gzesichts dieser Zahlen ist es sehr begreiflich, daß das politische wie das
wirtschaftliche Schwergewicht auf den südlichen Hochlandsgebieten beruht,
die ja auch in vorspanischer Zeit bereits diesen Vorzug besessen haben.
Aber innerhalb der hier erwähnten großen Gebiete machen sich
örtlich wieder außerordentlich große Unterschiede der Volksdichtigkeit
geltend infolge geschichtlicher Einflüsse und der verschiedenartigen Be-
dingungen der Lage, der Boden- und Geländebeschaffenheit, des Klimas,
der pflanzengeographischen und gesundheitlichen Verhältnisse. Ein-
gehende Untersuchungen über die räumliche Verteilung der Bevölkerung
Mexicos und ihre Ursachen fehlen bisher, abgesehen von den transisthmi-