Die Bedeutung der Forsten im Wirtschaftsleben.
Die Bedeutung der Forsten für die Menschen hängt von der wirtschast-
lichen Entwicklung, von der Lage und den Erwerbsverhältnissen des Landes ab.
Die Hauptproduktion der Forsten ist das Holz. Holz muß zu allem ge
braucht werden. Ohne Holz kein Bergbau, keine Eisenbahn, keine Schiffe,
Häuser und Fabriken. Ohne Holz keine Fuhrwerke, keine Möbel, Fässer, Streich
hölzer, kurz, das ganze Wirtschaftsleben hängt von dem Besitz des Holzes ab.
Deutschland hatte vor dem Kriege einen großen Bedarf an Holz. Der Be
darf an Nutzholz betrug im Jahre 1913 allein 43 Millionen Festmeter. Hier
von wurden in Deutschland 28 Millionen Festmeter eingeschlagen. 15 Millionen
Festmeter wurden aus dem Auslande eingeführt. Aus diesen Zahlen ersieht
man, auf welcher Höhe unsere Industrie vor dem Kriege stand. Cs zeigen uns
diese Zahlen aber weiter, welche Größe und Bedeutung unsere Forsten haben,
wenn in einem Jahre 28 Millionen Festmeter Nutzholz eingeschlagen werden konnten.
Deutschland steht mit seinem Waldbestand im Verhältnis zu seiner Gesamt
fläche an zehnter Stelle in Europa. Folgende Tabelle gibt hierüber Auskunft:
Staaten
Waldfläche
in ha
pro Kopf
d.BcvIk.
ha
Prozent
der
fläche
Staaten
Waldfläche
in ha
pro Sopff'-P c °ä cllt
ö -® co,t (Sesams,
,ia stäche
Deutschland.
13 995 869
0,23
25,9
Portugal. .
310 000
0,06
3,5
Oesterreich. .
9 767 566
0,37
32,5
Großbritan.
1229 091
0,03
3,9
Bosnien. . .
2 549 715
1,62
50,0
Belgien. . .
521495
0,08
17,7
Europ. Rußl.
187 000 000
1,85
37,2
Niederlande
253 926
0,05
7,8
Finnland . .
20 000 000
7,50
63,0
Dänemark. .
241 430
0,10
6,3
Schweden . .
19 591 000
3,81
47,6
Türkei....
4 500 000
0,70
20,0
Norwegen. .
6 818 000
3,05
21,0
Bulgarien. .
3 041126
0,75
30,0
Schweiz . . .
856 005
0,26
20,6
Serbien. . .
1 546 000
0,57
32,0
Frankreich. .
9 608 635
0,24
18,2
Rumänien .
. 2 755 755
0,46
21,0
Italien. . . .
4 195 000
9,13
14,6
Griechenland
820 000
0,31
13,0
Spanien. . .
5 000 000
0,27
10,0
Luxemburg.
79 000
0,32
30,4
Durch den Friedensvertrag wird Deutschland allerdings im Osten und
Westen zirka 2 Millionen Hektar Wald verlieren. Von der gesamten Forst
fläche entfallen aus Preußen 59,1 Prozent, aus Bayern 17,6 Prozent, auf alle
übrigen Deutschen Gliedstaaten 23,3 Prozent. Es darf jedoch bei einem Ver
gleich der Bewaldungsziffer die Größe des Landes nicht unberücksichtigt bleiben..
Süddeutschland ist verhältnismäßig stärker bewaldet als Norddeutschland. So
hat zum Beispiel die Provinz Pommern uiehr Wald als Württemberg, die
Provinz Brandenburg mehr als ganz Bayern. Den Besitzstand der einzelnen
Gliedstaaten an Wald zeigt die Tabelle am Kopf der folgenden Seite.
Aus den deutschen Wäldern werden, insbesondere bei der Holzgewinnung, ganz
bedeutende Reingewinne erzielt. Es würde zu weit führen, wenn wir alle uns
zur Verfügung stehenden Zahlen vermerken wollten. Nur einige feien angeführt:
In den preußischen Staatsforsten betrug im Jahre 1909 die Gesamtein
nahme 128 300000 Mk., die Ausgabe 63188 000 Mk., so daß ein Reingewinn
von 65112 000 Mk. zu verzeichnen war. Nach dem Haushaltetat des Rech
nungsjahres 1919 sollen die Einnahmen 263 301000 Mk. betragen. Als Rein
gewinn sind 175385000 Mk. gebucht.