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in der stationären sozialistischen Wirtschaft immer Zins
gezahlt werden: muß, und dann zu dem Schluß kommt, daß,
wenn man das Zinseinkommen, das die stationäre Wirtschaft
ständig darbietet, zur Kapitalbildung verwenden würde, die
stationäre sozialistische Wirtschaft in eine fortschreitende
Wirtschaft übergehen müßte. Kromphardt liest aber aus
dieser Stelle gerade den umgekehrten Sachverhalt heraus,
indem er ausführt, daß Cassel das in früheren Abhandlungen
gemachte Zugeständnis der Zinslosigkeit der stationären sozialistischen
Wirtschaft mit der Begründung widerrufe, „eine
sozialistische Wirtschaft, die nach dem hier angegebenen Prinzip
ihr gesamtes Zinseinkommen zur Kapitalbildung verwendete,
könnte deshalb niemals zu einem. Stillstand kommen,
sondern müßte sich immer in einer gewissen wirtschaftlichen
Fortbewegung befinden‘“1). Wir meinen, zu einem derartigen
Schluß gibt gerade diese Stelle der Casselschen Ausführungen
keinen Anlaß.
In der neuesten Auflage seiner „Theoretischen Sozialökonomie‘‘
hat es Cassel zwar unterlassen, ausdrücklich festzustellen,
daß für ihn auch in einer stationären sozialistischen
Wirtschaft das Fehlen des Zinses undenkbar ist. Uns scheint,
das ist nur deshalb geschehen, weil Cassel jetzt eine derartige
Feststellung, die seinerzeit gegenüber seinen früheren abweichenden
Äußerungen über diesen Punkt erfolgte®), nicht mehr für
nötig hält. Denn aus den jetzigen Ausführungen geht ebenfalls
klar hervor, daß Cassel, wenn er den Zins mit der fortschreitenden
sozialistischen Wirtschaft in Verbindung bringt, nur die
Frage der Zinshöhe und ihre Beeinflussung durch die Leitung der
sozialistischen Gesellschaft im Auge hat. Daß für ihn auch jetzt
noch in der stationären sozialistischen Wirtschaft der Zins
existieren muß, kann man leicht aus der Äußerung folgern:
„Unter keiner denkbaren Sparsamkeit ist es aber der sozialistischen
Gesellschaft möglich, der Notwendigkeit eines Zinses auszuweichen.
Die beim Zinsfuß Null hervortretenden Ansprüche
auf Kapitaldisposition sind einfach absolut unersättlich‘“®).
2) Kromphardt, Systemidee, S. 38 (Unterstreichung stammt von
Kromphardt).
2) Cassel, Theorie, 3. Aufl., S, 236 Anm. 1. 2) Cassel. Theorie, S. 235.