bleibender Arbeitsleistung der einzelnen Wirtschaftssubjekte,
damit also durch ein ständig herrschendes Gleichgewicht charak-
terisiert!). Das Realkapital wächst hier in jeder Periode um
ainen gleichbleibenden Prozentsatz. Damit das Gleichgewicht
gewahrt bleibt, muß daher in jeder Periode ein entsprechender
Teil des Einkommens zur Übernahme dieses Realkapitalzu-
wachses verwendet werden. Man muß also in jeder Periode
auf die zum Warten auf die Dienste der dauerhaften Produkte
und auf die Beendigung der ebenfalls Zeit erfordernden Pro-
duktion im engeren technischen Sinn nötige Kapitaldisposition
in derselben Weise wie auf jede andere für die Produktion
nötige Leistung rechnen können, sonst wird man die geplante
Produktion nicht durchführen. „Eben deshalb ist die Kapital
disposition ein notwendiger Produktionsfaktor‘“?). Man erkennt
hier zugleich das Wesen des Sparens. Es werden keine Genuß-
zütervorräte aufgestapelt, vielmehr liegt in einer Wirtschaft,
in der gespart wird, eine Disposition der Arbeits- und Boden-
leistungen in der Richtung einer gesteigerten Produktion von
Realkapital vor. Die Genußgüter, auf deren Konsum verzichtet
wird, werden überhaupt nicht produziert?).
Nunmehr ist zu beweisen, daß dieser dritte elementare
Produktionsfaktor, „Warten“ oder „Kapitaldisposition‘“ be-
nannt, auch unter das Prinzip der Knappheit fällt. Zu diesem
Zwecke ist neben den außerökonomischen Faktoren, die auf
die Nachfrage nach und das Angebot an Kapitaldisposition
Einfluß haben, der Grad der Abhängigkeit der Nachfrage und
des Angebots vom Preise der Kapitaldisposition zu untersuchen.
Als außerökonomische Faktoren nennt Cassel den Bevölkerungs-
zuwachs und das Streben nach verbesserter Bedürfnisbe-
friedigung, was eine stets wachsende Nachfrage nach den
Nutzungen dauerhafter Güter zur Folge hat. „Wie wird nun
die so charakterisierte Nachfrage innerhalb der nötigen Grenzen
beschränkt? Dies geschieht dadurch, daß für die Kapital-
disposition ein Preis bezahlt werden muß, nämlich der Zins,
Durch die Notwendigkeit, Zins nach einem bestimmten Zins-
fuß zu bezahlen, wird immer eine Menge von Möglichkeiten,
') Cassel, Theorie, S. 28/29. *) ebda., S. 181.
») ebda., S. 31/33, 50/51. Cassel, Grundgedanken, S. 14.