kann, sondern vielmehr bei der Behandlung der speziellen
Probleme eine Begriffsverschiebung vornimmt.
Der Grund, weshalb der Unternehmer, genauer das Ver-
halten des Unternehmers, für Schumpeter nicht in das Schema
eines Gleichgewichtszustandes gebracht werden kann, sind
dessen Motive, die sich_von..denen-der. statischen. Wirtschafts:
<ubjekte wesentlich unterscheiden. Für den Unternehmer gilt
nicht die Gleichung Nutzen gleich Arbeitsleid, Er schafft rast-
Jos, strebt” micht” nach einent Sich-zur-Ruhe-setzen bei be-
stimmter Einkommensgröße. Tritt dieser Wunsch auf, so ist das
Vorbote des physischen Todes und nicht Erfüllung?!). Franz
Oppenheimer?) glaubt gegen die Schumpetersche Argu-
mentation folgenden Einwand erheben zu können: der logische
Grund für Schumpeters Auffassung der Statik liegt in einer
falschen Definition des wirtschaftlichen Handelns. Schumpeter
definiert wirtschaftliches Handeln als. jenes_Handeln, dessen
Zweck Gütererwerb ist®). Daraus schließt Oppenheimer, daß
für Schumpeter nur dann wirtschaftliches Handeln vorliegt,
wenn das Wirtschaftssubjekt unter Beachtung des ökonomischen
Prinzips sich Mittel zwecks Befriedigung „rein wirtschaftlicher“‘
Bedürfnisse verschafft, und er deshalb den Unternehmer, der
für ihn keine..rein--wirtschaftlichen. Bedürfnisse_hat, aus der
Statik konsequent verbanne. Nach Oppenheimer gibt es
aber keine rein wirtschaftlichen Bedürfnisse sui generis, sondern
physiologische, karitative, soziale, religiöse, wissenschaftliche
und ästhetische Bedürfnisse — alles echte Bedürfnisse, die einen
Sättigungszustand erstreben, „Wo immer ein kostendes Mittel
nach dem Prinzip des kleinsten Mittels beschafft oder ver-
waltet wird; fällt das in das Gebiet der Ökonomik. Das Motiv
und die Zweckverwendung fallen immer heraus‘“*). Deshalb
sieht Oppenheimer auch keinen Grund für den Ausschluß
des Unternehmers aus der Statik.
Wir bemerken: Schumpeter behauptet gar nicht, daß
1) Schumpeter, Entwicklung, S. 133/37.
») Oppenheimer, Franz, Wert und Kapitalprofit, Neubegründung der
objektiven Wertlehre, Jena 1916, S. 216/22.
2») Schumpeter, Entwicklung, S. 1.
s) Oppenheimer, Franz, Wert und Kapitalprofit, Jena 1916, S. 220.