Von den vielen Klagen, die der Kammer aus den beteiligten
Kreisen zugingen, seien folgende mitgeteilt: Röhren aus den
Vereinigten Staaten, Frankreich, England und Italien waren
gegenüber deutschen Erzeugnissen schon immer um etwa 7%,
bevorzugt. Die neuen spanischen Maßnahmen, die eine Stei-
gerung der Zollsätze um 20% brachten, haben die Bevorzugung
auf 27% erweitert. Eine Düsseldorfer Firma der Kleineisen-
branche hatte gerade eine Sendung nach Spanien im Cif-Werte
von 450 Peseten unterwegs. Infolge des Mitte Juni in Spanien
eingeführten Zollaufschlages mußte der Kunde der Firma einen
Mehrzoll von 136 Peseten bezahlen, obwohl der Versand rechtzeitig
erfolgte und die Angelegenheit unserer Firma an sich nichts
mehr anging, wollte der Kunde ihr den Betrag abziehen. Recht-
lich kann er der Firma nicht beikommen; wenn sie aber den
Kunden nicht für später verlieren will, ist sie gezwungen, ihm
entgegenzukommen. Die gleiche Firma berichtet, das spanische
Geschäft habe sich nach Abschluß des endgültigen Handels-
vertrages zunächst gut angelassen, aber jetzt sei plötzlich ein
starker Rückgang eingetreten. Durch die von der spanischen
Regierung eingeführten Zollkoeffizienten ist es bei vielen Artikeln,
die sie vorher nach Spanien exportieren konnte, heute auf Grund
der neuen Zölle nicht mehr möglich, mit den spanischen Fabriken
zu konkurrieren. In einem Beispiel führt die Firma aus, eisen-
lackierte Klosettürschlösser, die bei einem Gewicht‘ von 800 g
per Dtzd. 2,85 Peseten franko spanische Grenze kosten, seien
früher einschl. Goldzollaufschlag mit 0,90 Peseten verzollt worden.
jetzt aber mit 1,09 Peseten. Es ist der Firma heute nicht mehr
möglich, den Artikel nach Spanien auszuführen. Nach den
neuen spanischen Maßnahmen wird auch die deutsche Ausfuhr
in Werkzeugmaschinen, an der Düsseldorf besonders beteiligt
ist, erheblich zurückgehen. Insbesondere wird uns dort Frank-
reich erhebliche Konkurrenz machen, da es durch seinen Meist-
begünstigungstarif von den Erhöhungen nicht betroffen ist.
Für Radsätze, Radreifen usw., für Eisenbahnwagen und Loko-
motiven, zahlt deutsches Material 377,55 Peseten, belgisches
Material 314,60 Peseten, so daß sich zu Ungunsten unserer Er-
zeugnisse ein Unterschied je 1000 kg von 62,95 Peseten ergibt.
Diese Beispiele, die aus den vielen der Kammer vorliegenden
herausgegriffen sind, sollen genügen, um die Schwierigkeiten
darzutun, denen unsere Ausfuhrindustrie auf dem spanischen
Markte ausgesetzt ist. Aber diese beruhen nicht allein auf dem
Handelsvertrage. Auch die technische Durchführung der Zoll-
abfertigung wirkt hemmend auf die Einfuhr. Auch hier tauchen
für unsere Firmen immer neue Erschwernisse auf. So berichtet
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