Full text: Statische oder dynamische Zinstheorie?

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Böhm-Bawerkschen Theorie treffen!). Die Tabelle, wie sie 
Böhm-Bawerk-aufmacht; ist” tatsächlich irreführend. Es 
müssen, wenn man zum. richtigen Resultate gelangen will, für 
alle ‚Arbeitsmonate,..ob..älter. oder. jünger, die Mehrerträgnisse 
für die gleiche Anzahl von Jahren, also immer für Sieben Jahre 
eingesetzt werden. Und das Resultat, zu dem man dann kömmit, 
ist, daß die Produktivgüter als solche infolge Wirkens des 
dritten Grundes keine, verschiedene.Bewertung erfahren. 
Es bleibt also jetzt nur noch der andere oben erwähnte Kau- 
salnexus, den Böhm-Bawerk anführt, um die Höherwertigkeit 
gegenwärtiger Güter gegenüber zukünftigen mit Hilfe des dritten 
Grundes plausibel zu machen, übrig. Wie wir gleich sehen werden, 
genügt dieser auch vollkommen zum Aufbau der Böhm-Ba- 
werkschen Zinstheorie und wird auch von Böhm-Bawerk 
allein dazu benutzt. In Böhm-Bawerks „Positiver Theorie‘ 
ist der soeben als unzutreffend kritisierte Gedankengang in 
dem die vorher erlangten Teilresultate zu einem Ganzen zu- 
sammenfassenden Kapital über „Die Höhe des Kapitalzinses“?) 
nicht mehr zu finden. Kurz zusammengefaßt wird darin die 
Zinserscheinung auf Basis des dritten Grundes wie folgt abge- 
leitet: 
Wenn man von der Nachfrage nach Konsumtivkredit, von 
der Nachfrage der Kapitalbesitzer nach Subsistenzmitteln, 
die ja erst eine Folge des zu erklärenden Zinses ist®), und von 
der Nachfrage der Grundrentenbezieher nach Subsistenzmitteln, 
für die der Fall genau so wie für die Arbeiter liegt*), absieht, so 
kann man zwei Märkte, zwei Zweige derselben Nachfrage, der 
Nachfrage nach Gegenwartsgütern unterscheiden‘): einmal die 
Nachfrage der Arbeiter, die nur wenig oder gar keine Sub- 
*) Nur sind sie sich über die Tragweite nicht klar, wenn sie deshalb 
den dritten Grund als völlig irrelevant für die Erklärung des Kapitalzinses 
bezeichnen (Bortkiewicz a. a. O., S. 951, Fisher, a. a. O., S. 62). Allein 
Knut Wicksell hat die Bedeutung dieses Fehlers für die Böhm-Bawerk- 
sche Zinstheorie richtig erkannt, indem er ausführt, daß Böhm-Bawerk 
selbst dem in Frage stehenden Mangel in der Fortsetzung seines Werkes auf 
eine in jeder Hinsicht zufriedenstellende Weise abgeholfen habe (Wicksell, 
a. a. O., S. 237). 
*) Böhm-Bawerk, Posit, Theorie, S. 438ff. *) ebda., S. 392 Anm. 1. 
') ebda., S. 392 Anm. 1. *) ebda., S. 390/91. 
Heinze, Statische oder dynamische Zinstheorie?
	        
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