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Die Kleidung des Mannes beansprucht danach in allen drei Ausgabegruppen
etwas mehr Einkommensteile als die der Frau. Abgesehen von der Not⸗
wendigkeit, daß der Mann im Beruf gut gekleidet sein muß, dürfte die
Schneiderarbeit der Frau hier in sehr vielen Haushaltungen eine Er—⸗
leichterung bringen. Die geringen Kleidungsausgaben für die Kleidung des
Maͤnnes, in der ersten Gruppe — 67,10 N jährlich, 58,35 AM für die
Kleidung der Frau, 9,72 AN zur Instandhaltung der Wäösche und des Bett⸗
zeuges — offenbaren recht deutlich die Notlage der Familien in dieser
Gruͤppe. Dabei ist zu berücksichtigen, daß 3,29 Personen auf einen Haushalt
entfallen.
Der sonstige Bedarf, dessen Gestaltung bei steigendem Ein—
kommen bereits angedeutet wurde, zeigt in Reichsmark für die einzelnen
Güter folgende Entwicklung in den verschiedenen Einkommensstufen:
—
Einkommensstufe
Reinigung ...... .2264
Ges. Pflege: Arzt ..........
„Erholung .......
Geist. u. ges. Bedürfnisse ....
Schulgeld u. Lernmittel ....
Verkehrsmittel ...........
Steuern ....... —
Versicherungen ... ......
Dienstboten .... —E
Unterstützungen . ..664
Schulden ......
Ersparnisse ......*
Sonstiges (Taschengeld usw.).
bis Zoo00 ⸗ —XV—
2* 0*
1647
*
2
J
2
6.
38. 10
4. 54
9. 63
53
52
—*
*
102. 08
100. 41
144. 77
356. 83
108. 59
96. 92
264. 76
428. 88
76.21
110. 32
50. 67
75. 76
91.21
5363
29160
01.225
Die stärksten Steigerungen liegen demnach bei
den Ausgaben für Dienstboten, Erholung, Arzt,
Unterstützungen an notleidende Verwandte, Schul⸗
geld und Lernmittel, Ersparnisse und Verkehrs—
mittel. Diese Dinge muß der minderbemittelte Kaufmannsgehilfe sich
in erster Linie versagen. Die Ausgaben steigen in der dritten Gruppe gegen—
uͤber der ersten für Dienstboten 17 fach, für Erholungzehn—
fach, für Arzt sechsfach, für Unterstützungen, Schul—
geld und Sparkasse dreifach und für Verkehrsmittel
zweieinhalbfach. Damit ist die Dringlichkeit genügend gekennzeichnet.
Eine dreifache Steigerung zeigen ferner die Steueraus—
gaben, während die Ausgaben für geistige und gesellige
Bedürfnisse sich nur verdoppeln. Das größere Einkommen
der dritien Gruppe wird also keineswegs überwiegend in Vergnügen, Ge—
selligkeit oder überhaupt in unwirtschaftlicher Weise angelegt. Die Ein—
tragungen in den Wirtschaftsbüchern zeigen, daß Theater, Konzerte oder
sonstige Veranstaltungen in vielen Haushaltungen unbekannte Genüsse sind.
Die bisher genannten sonstigen Bedürfnisse steigen auch mehr oder
weniger im v. H. der Gesamtausgaben. Ihnen kommt also die Steigerung
des Gesamtpostens für sonstige Bedürfnisse im wesentlichen zugute.