Hughitt meinte, man könne die Frage nicht so in
nuce zusammenfassen. Er sehe nicht, wie er als Prä-
sident seiner Bahn seine Zustimmung dazu: geben
könne, daß die Interessen seiner Gesellschaft einem
Schiedsgericht unterworfen werden s2'!ten.
Es wurde noch viel diskutiert, zeitweise ähnelte
die Zusammenkunft eher einer Versammlung von
Häuptlingen sich bekämpfender schottischer Clans,
denn jeder verfocht leidenschaftlich und aus tiefster
Überzeugung die Ansicht, daß nicht er, sondern sein
Nächster die Schuld trüge. Schließlich wurden einige
ganz vernünftige, doch reichlich nutzlose Beschlüsse
gefaßt, Man kam überein, keine Fahrkarten mehr an
Makler abzugeben, und ein Ausschuß wurde gebildet,
bei dem Klagen wegen Tariferniedrigungen vorgebracht
werden sollten. Dieser Ausschuß sollte das Recht
haben, Gesellschaften, die sich nicht an die Beschlüsse
halten würden, in Strafe zu nehmen, und jede Ge-
sellschaft sollte 1000 Dollars hinterlegen, aus denen
etwaige Strafen bezahlt werden könnten. Dieser weit-
sichtige Beschluß zeigte der Öffentlichkeit klar genug
die Nutzlosigkeit der versuchten Einigung, denn er
deutete an, wie wenig die einzelnen Gesellschaften sich
gegenseitig trauten, und man nahm nicht an, daß eine
Gesellschaft sich irgendwie durch Geldstrafen be-
hindern lassen würde.
Jedoch zeigte die Versammlung, was Morgan vor
allem beabsichtigte: er wollte Frieden und anständige
Handlungsweise zwischen den Eisenbahnleitungen zu-
stande bringen. Er wünschte Frieden, anständige Hand-
lungsweise und Beobachtung der Gesetze und guten
Sitten, denn das Gegenteil mußte den Ruin der Gesell-
schaften nach sich ziehen. Damals aber hatte er noch
wenig Macht, seine Gedanken durch Zwang verwirk-
lichen zu können. Sein Arm reichte nicht über den
112