Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Hughitt meinte, man könne die Frage nicht so in 
nuce zusammenfassen. Er sehe nicht, wie er als Prä- 
sident seiner Bahn seine Zustimmung dazu: geben 
könne, daß die Interessen seiner Gesellschaft einem 
Schiedsgericht unterworfen werden s2'!ten. 
Es wurde noch viel diskutiert, zeitweise ähnelte 
die Zusammenkunft eher einer Versammlung von 
Häuptlingen sich bekämpfender schottischer Clans, 
denn jeder verfocht leidenschaftlich und aus tiefster 
Überzeugung die Ansicht, daß nicht er, sondern sein 
Nächster die Schuld trüge. Schließlich wurden einige 
ganz vernünftige, doch reichlich nutzlose Beschlüsse 
gefaßt, Man kam überein, keine Fahrkarten mehr an 
Makler abzugeben, und ein Ausschuß wurde gebildet, 
bei dem Klagen wegen Tariferniedrigungen vorgebracht 
werden sollten. Dieser Ausschuß sollte das Recht 
haben, Gesellschaften, die sich nicht an die Beschlüsse 
halten würden, in Strafe zu nehmen, und jede Ge- 
sellschaft sollte 1000 Dollars hinterlegen, aus denen 
etwaige Strafen bezahlt werden könnten. Dieser weit- 
sichtige Beschluß zeigte der Öffentlichkeit klar genug 
die Nutzlosigkeit der versuchten Einigung, denn er 
deutete an, wie wenig die einzelnen Gesellschaften sich 
gegenseitig trauten, und man nahm nicht an, daß eine 
Gesellschaft sich irgendwie durch Geldstrafen be- 
hindern lassen würde. 
Jedoch zeigte die Versammlung, was Morgan vor 
allem beabsichtigte: er wollte Frieden und anständige 
Handlungsweise zwischen den Eisenbahnleitungen zu- 
stande bringen. Er wünschte Frieden, anständige Hand- 
lungsweise und Beobachtung der Gesetze und guten 
Sitten, denn das Gegenteil mußte den Ruin der Gesell- 
schaften nach sich ziehen. Damals aber hatte er noch 
wenig Macht, seine Gedanken durch Zwang verwirk- 
lichen zu können. Sein Arm reichte nicht über den 
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