Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Mississippi hinüber. Selbst in New York empfingen die 
Eisenbahnpräsidenten aus dem Westen keinen beson- 
deren Eindruck betreffs der Ziele der Banken, und als 
sie erst wieder zu Hause waren, taten sie doch, was 
sie wollten. 
Zeigt dieser Vorfall unter anderem nicht sehr klar, 
was das Ziel für die Zukunft eines Mannes vom Typus 
Morgans sein würde? Wenn er die Leute nicht durch 
Aussprachen mit ihnen beeinflussen konnte, mußte er 
danach streben, sie durch Zwang zu kontrollieren. 
Alles lehrte ihn die Notwendigkeit, selbst die Kon- 
trolle in die Hand zu nehmen. um sein Ziel zu er- 
reichen. 
Das Anti-Pool-Gesetz beschleunigte die Herausbil- 
dung der neuen Hochfinanz, deren wichtigster Ex- 
ponent Morgan war, Sie war unvermeidlich. Es war 
sehr leicht, zu sagen, daß alle Eisenbahnen reicher sein 
würden, wenn sie aufhören wollten, sich gegenseitig 
zu bekämpfen. Es ist auch leicht, zu sagen, daß alle 
Völker reicher sein würden, wenn sie aufhören woll- 
ten, Kriege zu führen. Aber in Wirklichkeit würden 
bei der damaligen Lage der Dinge die Eisenbahnen 
nicht alle reicher gewesen sein, wenn sie einen Frie- 
densvertrag unterzeichnet und strikte beobachtet hät- 
ten. Unter fairen Bedingungen und bei gleichen Tarifen 
würde das Geschäft sich unvermeidlich in den Händen 
der größeren und besseren Eisenbahnen konzentriert 
haben, die schwächeren und ärmeren aber würden an 
die Wand gedrückt worden sein. Unter dem ungesetz- 
lichen Poolsystem hatte jede ihren bestimmten Anteil 
an den Einnahmen aus dem Verkehr erhalten, und das 
hatte ihnen das Leben ermöglicht. Da sie jetzt ohne 
einen solchen Schutz waren, kamen sie auf den Hund 
und hatten die Wahl zwischen Kampf, Diebstahl oder 
Eingehen. 
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