Full text : John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Haltung ein Rätsel; jedesmal, wenn die Frage der
Goldverschiffungen zur Sprache kam, fragte man: „Was
tut Morgan?” Am Morgen des 30. Januar aber erhielt
er zwei Mitteilungen. Die erste war ein Brief von
Curtis, der ihn bat, zu einer Besprechung in die Filiale
des Schatzamts zu kommen, Die andere war eine
Kabeldepesche von seinem Londoner Haus des Inhalts,
 daß die Rothschilds vorgeschlagen hätten, sie
und das Londoner Haus sollten zusammen mit Morgan
und Belmont in New York versuchen, wenn möglich
die Katastrophe abzuwenden, Kurz darauf kam auch
Belmont zu Morgan; er hatte eine entsprechende Depesche
 erhalten. Morgan sagte ihm, er sei bereit, diesen
 Vorschlag anzunehmen und ihn zu Curtis zu begleiten,

Curtis legte ihnen die Lage der Dinge vom Standpunkt
 des Schatzamts aus dar und sagte, die Regierung
 wolle Schritte unternehmen, um sich das notwendige
 Gold für das Schatzamt zu verschaffen.
Morgan sagte ihm, seiner Meinung nach sei die
Sache schon soweit gediehen, daß man bereits in einer
Krisis stehe und daß schon eine derartige Besorgnis
im Publikum herrsche, daß man unmöglich das Gold
durch öffentliche Ausschreibung erhalten werde.
Außerdem sei es jetzt gänzlich nutzlos, irgend etwas
zu unternehmen, falls man nicht in Europa Gold beschaffen
 könne. „Was meine eigene Meinung betrifft”,
fuhr er fort, „so will ich Ihnen offen gestehen, daß ich
es für sehr zweifelhaft halte, ob das Gold in Europa
zu bekommen ist. aber man muß es jedenfalls versuchen.“


Curtis fragte, ob er und Belmont die Sache in die
Hand nehmen wollten, wenn der Präsident und der
Staatssekretär es wünschten. Morgan sagte, er fühle
sich dazu verpflichtet. und er werde ihm im Laufe des

18
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.