leicht Papiere zu unterzeichnen und ich brauche Sie”
gerade als er nach einer Abwesenheit von einigen
Tagen in die Stadt zurückkehrte. Er sagte Morgan im
Zug, er habe solches Interesse an der Angelegenheit,
daß er zu Fuß nach Washington gehen würde, wenn
es nötig sei. Er erachte es als patriotische Pflicht, jetzt
zu handeln.
In Washington jedoch hatten in diesem Augenblick
verschiedene Leute ganz verschiedene und recht kon-
fuse Ansichten von patriotischen Pflichten. Senator
Vest zum Beispiel erklärte pathetisch im Senat: „Der
Präsident hat dem Silber den Krieg erklärt!‘ Die un-
erschöpflichen natürlichen Hilfsquellen der Vereinig-
ten Staaten, die Treue des Volkes waren Phrasen, die
wieder einmal sehr abgedroschen wurden — wobei
man ganz vergaß, daß die unerschöpflichen natürlichen
Hilfsquellen und die Treue des Volkes im Augenblick
kein Gold in die leeren Gewölbe des Schatzamts brin-
gen konnten. Cleveland war auch ein Patriot, aber in
seinem Geist stritten Theorie und Notwendigkeit.
Jedenfalls war er entschlossen, dem Kongreß zu zei-
gen, was seine Pflicht sei, und ihn zum Handeln zu
zwingen. Das hielt er für seine Pflicht,
Am Dienstag Morgen suchten Morgan und Belmont
zusammen mit Stetson und Carlisle den Präsidenten
auf, Morgan führte bei dieser Gelegenheit fast aus-
schließlich das Gespräch. Er und Cleveland waren
übrigens gute Bekannte, da sie häufig miteinander zu
tun gehabt hatten, als Cleveland nach seiner ersten
Amtszeit in New York eine Rechtsanwaltspraxis aus-
übte. Wenn Morgan nach Washington kam, so be-
suchte er gewöhnlich den Präsidenten, um ein wenig
mit ihm zu plaudern und eine Zigarre zu rauchen.
An diesem Morgen herrschte aber eine andere
Stimmung. Zwischen den beiden Männern bestand
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