Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

verließ das Zimmer, um einen ausführlicheren Bericht 
über das Gesetz auszuarbeiten. Der Präsident zeich- 
nete dann mit Morgan zusammen die Bedingungen auf, 
unter denen der letztere, als Vertreter eines Konsor- 
tiums, das von der Regierung benötigte Gold liefern 
sollte. Morgan schlug vor, die Regierung solle 100 
Millionen Dollar in Gold kaufen, aber der Präsi- 
dent hielt es für angebrachter, eine bestimmte Zahl 
von Unzen zu kaufen, und nachdem er sich mit dem 
Schatzsekretär und dessen Beamten besprochen 
hatte, entschied er sich für 3'/, Millionen Unzen. 
Dann wurden die Bedingungen und der Preis diskutiert 
und dieser auf 17.80 Dollar pro Unze festgesetzt, wo- 
durch also rund 65 Millionen Dollar in das Schatzamt 
kämen. Der Sekretär war der Ansicht, daß diese 
Summe ausreichen würde. 
Über alles hatte man sich bis hierher geeinigt, da 
machte der Präsident plötzlich ein sehr ernstes Ge- 
sicht und sagte: „Und wie steht es mit den Goldver- 
schiffungen ins Ausland? Wenn nun die Regierung 
diese Menge Gold von den Banken kauft, und es wird 
sofort wieder vom Schatzamt angefordert und ins Aus- 
land gesandt? Können Sie garantieren, daß dieser Fall 
nicht eintritt?” 
Morgan hatte keine Zeit, sich erst mit den Mit- 
gliedern des von ihm vorgeschlagenen Konsortiums in 
Verbindung zu setzen. Aus dem Ton in der Stimme 
des Präsidenten schloß er, daß dieser eine derartige 
Garantie für unerläßlich für das Zustandekommen des 
Projektes betrachtete. Konnte Morgan die Devisen- 
händler verhindern, Gewinn aus der. Ausfuhr von Gold 
zu ziehen? Er mußte die Frage ganz allein und auf 
der Stelle entscheiden. Ohne einen Augenblick zu 
zögern, sagte er: 
„Herr Präsident, ich garantiere.” 
Fe 1 
Morgan 
17970
	        
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