Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

seinem Entschluß, die Verantwortung beim Kongreß 
zu lassen, solange das Schatzamt noch einen Dollar 
besaß, hatte er sich nicht abbringen lassen. In der ge- 
duldigen und gründlichen Erörterung der Lage mit 
seinen offiziellen Ratgebern, bevor er Hilfe bei Außen- 
stehenden suchte, erwies er sich als der starke Cha- 
rakter und der peinlich genaue Beamte, als den ihn 
seine ganze öffentliche Laufbahn zeigte. Seine sprich- 
wörtliche Hartnäckigkeit ging aus der Art und Weise 
hervor, in der er die unfairen Angriffe seiner poli- 
tischen Feinde und die erbitterten Vorwürfe der ent- 
täuschten Silberanhänger hinnahm. 
Der ungefähre Inhalt der Botschaft des Präsidenten 
wurde schon in den Abendblättern desselben Tages 
veröffentlicht. Man wußte auch, daß Morgan im 
Weißen Hause gewesen war. Das war am Freitag 
abend; am nächsten Morgen sollten mehrere Schiffe 
nach Europa abfahren, auf denen am selben Tag 
18 Millionen in Gold zur Ausfuhr eingeschifft wor- 
den waren. Sie wurden noch am selben Abend von 
den Schiffen wieder heruntergeholt und die Nacht 
über in den Banken unter Bewachung untergebracht, 
bis sie am nächsten Morgen wieder in der Filiale des 
Schatzamtes in der Wall Street eingeliefert werden 
konnten, 
di 
Die Regierung hatte getan, was sie konnte, und 
Morgan kehrte sofort nach New York zurück, um sich 
der wichtigen Aufgabe zu widmen, der Goldausfuhr 
ein Ende zu bereiten. Er wollte den Verschiffern des 
Goldes denselben oder einen noch besseren Gewinn 
durch Beteiligung an der Herausgabe der Verschrei- 
bungen verschaffen. Der vorläufige Vertrag, den er in 
Washington unterzeichnet hatte — und den Belmont, 
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