amt benötigte, hatten die Führer des Konsortiums ein
Mittel in der Hand, Bankhäuser, die sich feindlich ver-
hielten und gegen sie arbeiten wollten, durch Beteili-
gung umzustimmen.
Wie dieses von Morgan ausgedachte Zusammen-
wirken von Finanzkräften die Kontrolle über den
Effektenmarkt gewann und sie 8 oder 9 Monate
lang ausübte und inzwischen dem Schatzamt einen
genügenden Reservefonds verschaffte, wodurch es den
Stand der Valuta und eine gesicherte Geschäftslage
aufrecht erhielt, braucht hier nicht im einzelnen dar-
gelegt werden. Anfänglich, im Sommer, als das Kon-
sortium sich einem Markt mit Überangebot gegenüber-
sah, trat noch einmal eine kritische Lage ein, in dem
der einfache Prozeß, eine positive Bilanz für die Ver-
einigten Staaten durch Verkauf von amerikanischen
Sicherheiten jenseits des Ozeans aufzubauen, fast wir-
kungslos wurde. Da fand ein lebhafter Kabelwechsel
zwischen Morgan, der sich gerade in Paris aufhielt,
und seinem Teilhaber Bacon in Wall Street statt. Als
aber das Konsortium im Herbst eine Abrechnung
fertigstellte, war der Reservefonds in Gold auf mehr
als die erforderlichen 100 Millionen angewachsen
und die Transaktion hatte ihren Zweck erfüllt.
Morgan wurde so oft vorgeworfen, daß er aus
diesem Geschäft einen riesigen persönlichen Gewinn
zog, daß sich bestimmt jeder andere verteidigt hätte.
Obwohl Morgan stets Unwillen zeigte, wenn man in
seiner Gegenwart diesen Punkt berührte, dachte er
nicht daran, der Öffentlichkeit mit einer Erklärung
entgegenzukommen. Wenn eine Zeitung ihn anklagte,
auf Kosten der Regierung Millionen gewonnen zu
haben, warf er sie ohne eine Bemerkung verächtlich
beiseite. In einer späteren Untersuchung sprach er
sich ein wenig über die ganze Transaktion aus. und
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