Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

amt benötigte, hatten die Führer des Konsortiums ein 
Mittel in der Hand, Bankhäuser, die sich feindlich ver- 
hielten und gegen sie arbeiten wollten, durch Beteili- 
gung umzustimmen. 
Wie dieses von Morgan ausgedachte Zusammen- 
wirken von Finanzkräften die Kontrolle über den 
Effektenmarkt gewann und sie 8 oder 9 Monate 
lang ausübte und inzwischen dem Schatzamt einen 
genügenden Reservefonds verschaffte, wodurch es den 
Stand der Valuta und eine gesicherte Geschäftslage 
aufrecht erhielt, braucht hier nicht im einzelnen dar- 
gelegt werden. Anfänglich, im Sommer, als das Kon- 
sortium sich einem Markt mit Überangebot gegenüber- 
sah, trat noch einmal eine kritische Lage ein, in dem 
der einfache Prozeß, eine positive Bilanz für die Ver- 
einigten Staaten durch Verkauf von amerikanischen 
Sicherheiten jenseits des Ozeans aufzubauen, fast wir- 
kungslos wurde. Da fand ein lebhafter Kabelwechsel 
zwischen Morgan, der sich gerade in Paris aufhielt, 
und seinem Teilhaber Bacon in Wall Street statt. Als 
aber das Konsortium im Herbst eine Abrechnung 
fertigstellte, war der Reservefonds in Gold auf mehr 
als die erforderlichen 100 Millionen angewachsen 
und die Transaktion hatte ihren Zweck erfüllt. 
Morgan wurde so oft vorgeworfen, daß er aus 
diesem Geschäft einen riesigen persönlichen Gewinn 
zog, daß sich bestimmt jeder andere verteidigt hätte. 
Obwohl Morgan stets Unwillen zeigte, wenn man in 
seiner Gegenwart diesen Punkt berührte, dachte er 
nicht daran, der Öffentlichkeit mit einer Erklärung 
entgegenzukommen. Wenn eine Zeitung ihn anklagte, 
auf Kosten der Regierung Millionen gewonnen zu 
haben, warf er sie ohne eine Bemerkung verächtlich 
beiseite. In einer späteren Untersuchung sprach er 
sich ein wenig über die ganze Transaktion aus. und 
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