Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Später erhielt er den ihm zustehenden Teil der 
Gewinne des Konsortiums, wieder 8000 Dollar. Und 
er sagte: „So leicht habe ich noch nie Geld verdient.” 
Als Entschädigung für seine Arbeit empfing das 
Morgan-Konsortium 649897 Stamm- und ebensoviel 
Vorzugsaktien der Stahlkorporation. Sein Nettogewinn 
war ungefähr 200 Prozent der tatsächlich bar ein- 
gezahlten Summe. Die Arbeit des Konsortiums be- 
stand darin, den Verkauf der sich auf 1,4 Milliarden 
Dollar belaufenden Aktien zu garantieren. Das war 
natürlich ein großes Risiko, denn jederzeit hätte sich 
irgend etwas ereignen können, das den Plan zum 
Scheitern brachte, Ein Beispiel für solche Vorkomm- 
nisse ist die Organisation der Carnegie Company durch 
Henry C. Frick einige Jahre früher. Er und seine 
Teilhaber hinterlegten 1 Million Dollar in bar als 
Bürgschaft. Bevor es ihnen aber gelang, den Plan zu 
verwirklichen, ereignete sich auf dem Geldmarkt eine 
Störung, und das Projekt fiel durch. Infolgedessen 
war die Million an Carnegie verfallen. Hätte sich die 
Panik vom Mai 1901 anläßlich des Kampfes um die 
Northern Pacific schon im März oder April ereignet, 
so hätte der Stahltrust unzweifelhaft einen Fehlschlag 
erlitten. 
Nach der Gründung der United States Steel 
herrschte in Finanz- und anderen Kreisen Erstaunen, 
daß John W. Gates nicht in dem Direktorium ver- 
treten war. Man hatte angenommen, daß Gates, bei 
seinem Anteil an dem Zustandekommen des Projekts 
und seinem früheren Zusammenarbeiten mit Morgan 
bei der Organisation des sogenannten Drahttrusts, 
einer der ersten sein werde, die in das Direktorium 
kamen. Die gesamte Drahtindustrie des Landes war 
hauptsächlich durch Gates Bemühungen zusammen- 
geschlossen worden. Der Grund, warum Gates nicht 
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