Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

tragischen Situation ein Ende zu bereiten. Harriman 
hatte einen Fehlschlag erlitten, und für die neu- 
gebildete Northern Securities Co. ernannte Morgan 
die Direktoren. Morgan hatte die Northern Securities 
geplant, damit sie die Anteile der Northern Pacific 
und der Great Northern an sich bringen und die Kon- 
trolle über diese Bahnen den augenblicklichen Anteil- 
besitzern für die Zukunft sichern sollte. „Ich wollte‘, 
sagte Morgan, „das durch eine Gesellschaft mit so 
großem Kapital besorgen lassen, daß niemand sie je- 
mals aufkaufen könnte.” Der Oberste Gerichtshof 
aber sah in der Northern Securities Company eine 
Verletzung des Antitrustgesetzes und löste die Gesell- 
schaft auf. So mußte die Frage der Kontrolle ander- 
weitig gelöst werden. 
Schon im nächsten Jahre mußte Morgan sich be- 
mühen, ein anderes Unternehmen zu schützen, was 
ihm ziemliche Kosten bereitete. Es gelang John W. 
Gates und einer Anzahl ihm befreundeter Spekulanten, 
die Mehrheit der Aktien der Louisville & Nashville 
Railway an sich zu bringen, Da Morgan überzeugt 
war, daß Gates die Bahn nur zu Spekulationszwecken 
gekauft hatte und nicht beabsichtiste, sie selbst zu 
leiten, und da er fürchtete, Gates könne irgendwie 
Unordnung in dem System der Southern Railway an- 
richten, schickte er seinen Teilhaber George W. Per- 
kins zu Gates, um ihm die Louisville & Nashville auf 
der Stelle abzukaufen. Zufällig war es schon nach 
Mitternacht, als dieser Beschluß gefaßt wurde, So 
ging Perkins um drei Uhr nachts zum Waldorf-Hotel 
und ließ Gates aus dem Bett holen. 
Gates, der frühere „Drahtkönig‘. heste keinerlei 
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