Full text : John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Wasserstrecke übertragen sollen. Es schiene vielmehr
logisch, daß eine Verschmelzung von amerikanischen
Eisenbahn- und Dampfschiffahrtsinteressen zu diesem
Zwecke stattfände.

In dieser geplanten Verbindung des Land- und Seetransportes
 liegt, wie gesagt, die Gefahr für die ausländischen
 Reedereien, die dadurch der Möglichkeit
ausgesetzt sind, daß ihnen die Zufuhr aus dem amerikanischen
 Inlande abgeschnitten wird. Diese Zufuhr
ist für die Rentabilität unserer amerikanischen Linien
unerläßlich ...

‚.. Selbst wenn Morgan nur für den Anfang eine
oder zwei der Bahngesellschaften für seine Zwecke
gewinnt, bleiben die Reedereien immer der Gefahr ausgesetzt,
 daß er später durch eine Verständigung mit
den Interessenten der übrigen Bahnen diese Kombination
 ausgedehnt, Es würde naheliegen, zu erwägen, ob
die deutschen Gesellschaften nicht versuchen sollten,
ähnliche Kombinationen mit den gegenwärtig noch von
Morgans Einfluß freien amerikanischen Bahnen einzuleiten,
 Ein derartiger Versuch kann aber den Interessen
 der deutschen Reedereien erst dienen, wenn mit
Bezug auf die Morganschen Maßnahmen Gewißheit besteht.
 Gegenwärtig arbeiten alle in New York einmündenden
 großen Eisenbahngesellschaften gemeinsam
mit den deutschen Reedereien, und die letzteren würden
 also sich der Einwirkung einzelner Bahnen freiwillig
 begeben und deren Opposition hervorrufen,
wenn sie sich in dieser Beziehung vorzeitig binden
würden, Eine andere Gefahr, welche nach dem bisherigen
 Vorgehen der Amerikaner nicht gering anzuschlagen
 ist, ist die, daß man durch Ankauf von
Aktien der deutschen Reedereien die Kontrolle über
dieselben zu erreichen suchen könnte, Es scheint in
dieser Beziehung geraten, daß der Lloyd und die Ham-184


            
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