fullscreen: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Er teilte dem britischen Finanzminister mit, daß 
Amerika bereit sei, einen beträchtlichen Teil der An- 
leihe zu übernehmen. Als die Zuteilung im April 1901 
veröffentlicht wurde, stellte sich heraus, daß Morgan 
für sich selbst und seine Geschäftsfreunde 50 Millionen 
Dollar übernommen hatte. 
Die Übernahme dieses Teils der englischen An- 
leihe durch Morgan erwies sich als sehr erfolgreich, 
das heißt die Anleihe wurde von dem amerikanischen 
Markt, hauptsächlich von den führenden Banken des 
Landes, fast augenblicklich aufgenommen. Und zum 
erstenmal konnten sich die Vereinigten Staaten mit 
Fug und Recht zu den großen Geldmächten der Welt 
zählen. Obwohl immerhin der Betrag noch klein war 
verglichen mit den von den Rothschilds oder Barings 
übernommenen Staatsanleihen oder der in Frankreich 
aufgelegten russischen Anleihe, war er doch groß ge- 
nug, um anzukündigen, daß die Vereinigten Staaten 
von nun ab ihren entsprechenden Anteil an wichtigen 
Staatsanleihen verlangten. 
Zwei oder drei Jahre später verursachte der 
Russisch-Japanische Krieg, daß beide feindlichen 
Staaten sich auf den Geldmärkten der Welt nach An- 
leihen umsahen., Rußland wandte sich, wie gewöhn- 
lich, an Frankreich, Japan aber an England, Dort teilte 
man seinen Vertretern mit, daß es Japan augenschein- 
lich gelingen würde, die amerikanischen Kapitalisten 
zur Deckung eines großen Teiles seines Geldbedarfs 
zu ‚veranlassen. Morgan übernahm mit zwei anderen 
führenden Bankiers den gesamten, den Vereinigten 
Staaten angebotenen Anteil an der japanischen An- 
leihe. Später übernahm er eine Anleihe von Honduras, 
einen Teil einer Anleihe von Argentinien, und von da 
ab verhandelte er eigentlich ständig mit dem einen 
oder anderen der süd- und mittelamerikanischen 
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