geholfen werden könne. Morgan sagte rund heraus, er
könne nichts tun. Ihre Beschwörungen konnten ihn
nicht bewegen,
Gegen den neuen Präsidenten, Higgins, der ihn dann
aufsuchte, verhielt er sich ebenso ablehnend. Als Hig-
gins ihn daran erinnerte, wie oft er in Schwierigkeiten
geratene Unternehmungen gerettet hatte, schüttelte
er entschlossen den Kopf. „Einmal muß ich doch auch
aufhören‘, sagte er. Er wollte die Knickerbocker für
die schlechte Geschäftsführung büßen lassen. Mit dem
Hut auf dem Hinterkopf und eine schwarze Zigarre nach
der anderen rauchend, saß er den ganzen Vormittag
an seinem Schreibtisch und wartete die Entwicklung
der Dinge ab.
Der Bargeldvorrat der Knickerbocker ging bald zu
Ende und sie mußte schließen, So reich und mächtig
diese Bank auch gewesen war, so war ihr Zusammen-
bruch für Morgan doch verhältnismäßig unwichtig. Er
dachte an die allgemeine Lage und was sich noch alles
ereignen konnte, Er wußte, daß die überwältigende
Mehrheit der Banken in New York auch die schlimm-
sten Stürme überstehen konnte, aber er wußte auch,
daß man einer großen Anzahl von Banken, nicht nur
in New York, sondern im ganzen Lande, zu Hilfe kom-
men mußte, Denn obwohl diese Banken vollkommen
gesund waren, konnten sie doch ihre Außenstände
nicht eintreiben, um flüssige Mittel zu erhalten, aus
dem einfachen Grunde, weil ihre Schuldner nicht das
nötige Bargeld auftreiben konnten, um ihre Verbind-
lichkeiten zu regeln.
Während er so dasaß, kam unangemeldet ein Herr
herein, öffnete die Tür in der hölzernen Schranke, die
Morgans Schreibtisch umgab, und ging zu ihm. Mor-
gan nickte und sagte: „Guten Morgen, Mr. Frick.“ Die
beiden unterredeten sich leise ein paar Minuten. Man
ER
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