Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

geholfen werden könne. Morgan sagte rund heraus, er 
könne nichts tun. Ihre Beschwörungen konnten ihn 
nicht bewegen, 
Gegen den neuen Präsidenten, Higgins, der ihn dann 
aufsuchte, verhielt er sich ebenso ablehnend. Als Hig- 
gins ihn daran erinnerte, wie oft er in Schwierigkeiten 
geratene Unternehmungen gerettet hatte, schüttelte 
er entschlossen den Kopf. „Einmal muß ich doch auch 
aufhören‘, sagte er. Er wollte die Knickerbocker für 
die schlechte Geschäftsführung büßen lassen. Mit dem 
Hut auf dem Hinterkopf und eine schwarze Zigarre nach 
der anderen rauchend, saß er den ganzen Vormittag 
an seinem Schreibtisch und wartete die Entwicklung 
der Dinge ab. 
Der Bargeldvorrat der Knickerbocker ging bald zu 
Ende und sie mußte schließen, So reich und mächtig 
diese Bank auch gewesen war, so war ihr Zusammen- 
bruch für Morgan doch verhältnismäßig unwichtig. Er 
dachte an die allgemeine Lage und was sich noch alles 
ereignen konnte, Er wußte, daß die überwältigende 
Mehrheit der Banken in New York auch die schlimm- 
sten Stürme überstehen konnte, aber er wußte auch, 
daß man einer großen Anzahl von Banken, nicht nur 
in New York, sondern im ganzen Lande, zu Hilfe kom- 
men mußte, Denn obwohl diese Banken vollkommen 
gesund waren, konnten sie doch ihre Außenstände 
nicht eintreiben, um flüssige Mittel zu erhalten, aus 
dem einfachen Grunde, weil ihre Schuldner nicht das 
nötige Bargeld auftreiben konnten, um ihre Verbind- 
lichkeiten zu regeln. 
Während er so dasaß, kam unangemeldet ein Herr 
herein, öffnete die Tür in der hölzernen Schranke, die 
Morgans Schreibtisch umgab, und ging zu ihm. Mor- 
gan nickte und sagte: „Guten Morgen, Mr. Frick.“ Die 
beiden unterredeten sich leise ein paar Minuten. Man 
ER 
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