Die Knickerbocker Trust Company, die gleich am
Anfang der Panik zusammenbrach, ist noch weiterhin
von Interesse wegen der Art und Weise, wie Morgans
Schwiegersohn Herbert L. Satterlee sie reorganisierte.
Die Herren Bourne, Tucker, Boissevain und Hollins
standen ihm dabei tatkräftig zur Seite, indem sie die
großen Summen aufbrachten, die ein Gerichtsbeschluß
gefordert hatte. Die Gesellschaft hatte am 22. Oktober
1907 ihre Tore geschlossen und öffnete sie am
26. März 1908 wieder, ohne ihre Zahlungsfähigkeit verloren
zu haben. Inzwischen waren fast 47 Millionen
Dollar Einlagen gesperrt. Satterlee erbot sich als Präsident
eines Depositorenkomitees, die Zustimmung
aller Einleger zu seinen Plänen zu gewinnen, und erhielt
vom Gericht eine genügende Frist dafür, Andernfalls
wäre nur die sofortige Flüssigmachung der Aktiva
der Gesellschaft übriggeblieben, wodurch bei den damals
gültigen niedrigen Kursen große Verluste eingetreten
wären. Es war allerdings eine schwere und
zuweilen sehr aufregende Arbeit, alle Depositoren zur
Zustimmung zu Satterlees Plänen zu gewinnen. An
dem Tag aber, als die Bank wieder ihre Tore öffnete,
empfing sie 2 Millionen Dollar neue Einlagen gegen
% Million Auszahlungen.
Vor der Panik von 1907 hatte sich im Publikum die
Meinung herausgebildet, daß Morgan sich von den Geschäften
zurückgezogen habe. Die Vorgänge im Herbst
dieses Jahres zeigten aber, daß diese Meinung irrig
war. Von da ab beobachtete die Öffentlichkeit den
großen Mann von Wall Street mit noch vermehrterem
Interesse und vergrößerter Neugier, Aber nicht nur
der Mann selbst und die vielfältigen Verzweigungen
seines Einflusses und seiner Macht erregten ihr Interesse,
sondern auch die Organisation, die er in Wall
Street Nr. 23 aufgebaut hatte, Sie war ja nicht nur
IN