Full text : John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Geheimnisse seines Berufes eingeführt, Er lernte, was
Wechsel mit 60 Tagen Sicht auf Paris, Amsterdam oder
Hamburg in Franken, Gulden oder Mark Banko wert
waren, und ähnliche Dinge, die mit dem ganzen, sorgfältig
 ausbalanzierten und sich täglich änderndem
System des internationalen Geldverkehrs zusammenhingen.


Eine Anekdote zeigt, wie sein Vater später jedoch
stets hinter ihm stand und welches Vertrauen in die
geschäftliche Urteilskraft seines Sohnes er gewonnen
hatte. Irgend jemand hatte dem jungen Morgan erzählt,
 daß Kaffee ein gutes Spekulationsgeschäft sei
Morgan hielt es für richtig und kaufte eine ganze
Schiffsladung. Als er einem der Teilhaber der Firma
Peabody & Co. davon erzählte, wurde dieser aufgebracht.
 „Das ist ja Blödsinn‘, sagte er, „soviel
Kaffee zu kaufen. Wo wollen Sie denn das Geld herbekommen?‘
 Morgan starrte ihn einen Augenblick
ärgerlich an, dann verließ er, ohne ein Wort zu sagen,
das Zimmer. Nach sehr kurzer Zeit kam er zurück
und warf dem englischen Bankier ein Papier auf den
Tisch. „Da“, sagte er scharf, „da ist es!” Es war ein
Wechsel auf den vollen Betrag der großen Summe,
unterzeichnet von Junius Spencer Morgan.

Im Jahre 1857 ereignete sich eine der schwersten
Finanzkrisen, die jemals die Vereinigten Staaten heimsuchten.
 Damals erledigte das Bankhaus George Peabody
 & Co. seine amerikanischen Geschäfte durch die
New Yorker Firma Duncan, Sherman & Co. Während
 dieser Krisis konnte das amerikanische Bankhaus
seinen Verbindlichkeiten in London am Fälligkeitstermin
 nicht nachkommen, und dadurch geriet George

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