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XXV 1.
verletzt wurden. Wir kommen darauf zurück. Und vollends
das Dekret des französischen Nationalkonvents vom 4.* Febr.
1794, welches die Sklaverei und den Sklavenhandel in den fran
zösischen Kolonien abschaffte, verdankte ganz anderen als sitt
lichen Beweggründen seinen Ursprung. Unter „stürmischen und
theatralischen Szenen“ kam es zustande. Danton frohlockte:
„Heute ist der Engländer tot; Pitt und seine Helfershelfer
sind vernichtet!“ Es war nämlich kurz vorher in Paris die
Nachricht angekommen, dafs Martinique und Guadeloupe vor
den überlegenen britischen Streitkräften in Westindien kapi
tulieren mufsten. Durch die Freiheitserklärung bezweckte der
Konvent, die Schwarzen gegen ihre neuen Herren, die Eng
länder, zum Kampfe aufzurufen und letztere mit ihrer Hilfe
zu verjagen (Cochin, S. 35 ff.). Auf Guadeloupe und St. Lucie
glückte das Experiment; auf Martinique wufsten die Eng
länder die französischen Freiheitsapostel unschädlich zu machen.
Diese Proben werden für den Nachweis genügen, dafs die
Abolition eine nationalökonomische Angelegenheit allerersten
Ranges ist. Als solche soll sie in den folgenden Abschnitten
betrachtet werden. Es wird sich dabei ergeben, dafs auch
England sich ganz allmählich erst nach reiflicher Prüfung
aller einschlägigen materiellen Faktoren zu diesem Schritte
entschlossen hat, und dafs auch in diesem Falle die geistig
sittlichen Ideen den Negerhandel nicht eher überwinden konnten,
als bis seine ökonomischen Grundlagen und Voraussetzungen
gefallen waren. —