Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

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Tiere, die in ihrem Zwinger ganz nahe dem Hause 
umherliefen und bellten. Die schottischen Schäfer- 
hunde sind nämlich sehr lebhaft und bellen auch 
mehr als andere Hunde. Wahrscheinlich störte ihn 
der Lärm aber auf die Dauer, und so wurden die 
meisten Hunde verkauft. Dann warf sich Morgan aut 
die Zucht von Rassevieh. Seine Tiere waren alle 
numeriert und katalogisiert, und oft ging er auf ihre 
Weide mit dem Katalog in der Hand und ließ sich 
Nummer soundsoviel vorführen. Dann sah er sich das 
Tier genau an und studierte es, wie er Bilder oder 
andere Kunstwerke zu studieren pflegte, 
In seiner Jugend war Morgan ein leidenschaft- 
licher Reiter. Später segelte er gern und war mehrere 
Jahre lang Kommodore des New Yorker Yachtklubs, 
Daher nannten ihn seine Freunde auch noch später 
oft Kommodore. Er baute die „Columbia“, um den 
Amerikapokal zu verteidigen, und gab auch Geld für 
den Bau der anderen Segelyachten, die den Pokal ver- 
teidigen sollten. In seinen Mußestunden ging er oft an 
Bord des „Corsair', und die Yacht brachte ihn nach 
Cragston, noch Newport, um einen Tag zu angeln, oder 
nach Bar Harbour. Oft kreuzte sie aber auch einfach 
auf dem Meere, ohne festes Ziel. Morgan hielt nie 
viel von körperlicher Betätigung, Reiten ausgenommen. 
Eine Zeitlang zwang er sich zu täglichen Übungen mit 
Hanteln und anderen Apparaten, da er meinte, seine 
Gesundheit, die unter Überarbeitung etwas gelitten 
hatte, würde dadurch wieder hergestellt werden. Sein 
Arzt aber riet ihm, derartige Gymnastik lieber zu 
unterlassen, da sie seinen bisherigen Lebensgewohn- 
heiten zu sehr entgegengesetzt sei. Seitdem arbeitete 
er ausschließlich mit dem Kopf, aß, trank und rauchte, 
was und wieviel er wollte, und seine starke Yankee- 
konstitution bewährte sich ausgezeichnet. Es gibt eine 
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