Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Zufall, was er gerade brauchte, wie in dem folgenden 
Beispiel gezeigt werden kann. 
Er besaß seit langem eine unvollständige Garnitur 
von Sevresporzellan für den Kaminsims, Die Garnitur 
bestand ursprünglich aus fünf Stücken, aber er hatte 
nur vier kaufen können, und niemand in ganz Europa 
hatte das fehlende fünfte Stück für ihn ausfindig 
machen können. Als er eines Abends in dem Haus in 
Prince’s Gate sich gerade zum Dinner niedersetzte, 
meldete ihm ein Diener, daß ein Mann mit einem 
Paket an der Tür stünde und sagte, der Inhalt des 
Paketes würde für Morgan sehr interessant sein. Mor- 
gan wollte ihn schon fortschicken lassen, da rief er in 
einer unbestimmten Ahnung den Diener zurück und 
befahl, den Mann hereinzuführen, Der Fremde legte 
ihm das fehlende Stück S&vresporzellan vor. 
„Sie wollen das verkaufen?‘ fragte Morgan und 
stellte es neben sich auf den Tisch. 
„Ja, Sie können es haben.” 
„Wieviel verlangen Sie?" 
Der Mann nannte eine große Summe. Morgan ließ 
das Geld holen, verlangte eine Quittung und fragte 
dann mit etwas Neugierde: 
„Wie kamen Sie darauf, mir dies Stück zu 
bringen?“ 
„Ich hatte gehört, daß Sie Kunstschätze kaufen‘, 
antwortete der Fremde, „und dies ist ein sehr schönes 
Stück Sevresporzellan.” 
„Das ist es‘, sagte Morgan. 
Es war also reiner Zufall. 
Die Sammlung von Miniaturen, die Morgan in 
dieser Galerie untergebracht hatte, war an Zahl und 
Wert größer als jede Porträtsammlung, die jemals 
früher existiert hatte. Es war eine Versammlung der 
Schönheiten und Fürsten von zwei Jahrhunderten. 
A. 
Zn
	        
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