Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Hoentschal-Sammlung und die berühmte Garland- 
Sammlung chinesischen Porzellans als dauernde Leih- 
gabe — sind allbekannt. 
Morgans Geburtsort Hartford konnte sich mehrfach 
seines Interesses erfreuen. Schon sein Vater hatte die 
gemeinnützigen Einrichtungen Hartfords mit Schen- 
kungen bedacht, und einmal machten Vater und Sohn 
gleichzeitig wichtige Zuwendungen an das Wadsworth 
Athenaeum. Dieses war früher ein öffentlicher Lese- 
raum und ein Saal für literarische und künstlerische 
Vorträge gewesen. 1890 wurde ein Plan ausgearbeitet, 
es noch anderen Zwecken dienstbar zu machen, Dar- 
auf teilte Morgan mit, er wolle 650 000 Dollar für den 
Bau einer mit dem Athenaeum zu verbindenden Kunst- 
galerie geben, die den Namen Junius S. Morgan Me- 
morial erhalten sollte. Fast die einzige Forderung, die 
er stellte, war, daß das Gebäude in Marmor aus Knox- 
ville ausgeführt und daß die Pläne ihm vorgelegt wer- 
den sollten. Als die Galerie fertig war, stattete er sie 
mit vielen Bildern und Merkwürdigkeiten aus und 
schenkte sie der Stadt. 
Diese Galerie ist wohl die einzige von seinen Schen- 
kungen, mit der der Name Morgan auch in ihrer Be- 
zeichnung verbunden ist. Für die unter Philanthropen 
weit verbreitete Sitte, den Ruhm ihres eigenen Namens 
in ihren Wohltaten zu verewigen, hatte er nie viel 
übrig. Sein ganzes Leben lang hat er oft und schnell 
riesige Summen oder Gegenstände, die riesige Summen 
gekostet hatten, verschenkt, aber niemals hat er da- 
mit Reklame für sich gemacht. Sein Zurücktreten hier 
wie bei so vielem anderen war eins der ausgepräg- 
testen Charakterzüge an ihm. Eine Aufzählung aller 
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