Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

seiner Schenkungen würde einen endlosen Katalog 
füllen. Er durchsuchte Europa nach Kunstschätzen, 
brachte sie nach New York und schenkte sie dem 
Kunstmuseum, der Historischen Gesellschaft oder der 
Cooper Union, er schenkte der Bibliothek in Liver- 
pool eine Sammlung der Manuskripte von Burns und 
dem Naturgeschichtlichen Museum die panamerika- 
nische Edelsteinsammlung, er zahlte die jährliche Gas- 
rechnung für die Paulskathedrale in London, er gab 
ein Grundstück im Werte von einer Million Dollar für 
ein Siechenhospital in New York, dann baute und 
finanzierte er es, er gab der Kathedrale Johannes des 
Täufers in New York eine halbe Million, der Harvard 
Medical School eine Million, eine halbe Million der 
Gewerbeschule, eine halbe Million dem Loomis-Sana- 
torium, 100000 Dollar der Young Men’s Christian 
Association, ebensoviel der öffentlichen Bibliothek in 
Holyoke, Massachusetts, ein neues Gemeindehaus und 
eine Pfarrerwohnung der St. Georgs-Kirche in New 
York, in deren Kirchenrat er saß, 125000 Dollar zur 
Erhaltung der Palisaden am Hudson, einen Isolier- 
pavillon für Aix-les-Bains — und so weiter ohne Ende. 
Alle diese Schenkungen machte er persönlich, das 
heißt, er hatte keinen Sekretär und kein Büro dafür. 
Er verließ sich auch hier stets auf sein eigenes Urteil. 
Auch schenkte er nicht nach irgendeinem festen Plan. 
Die einzige Voraussetzung war anscheinend, daß der 
Mann, der etwas haben wollte, ihm den Eindruck er- 
weckte, seine Pläne auch zweckentsprechend durch- 
führen zu können, und daß das Unternehmen selbst 
von praktischem Nutzen sein mußte. 
Die Art, wie er derartige Bitten erfüllte. war recht 
charakteristisch. In Sachen der Praxis war er ebenso 
entschieden und kurz angebunden wie ein Feldherr 
mitten in der Schlacht. Aber die Leute, die sich durch 
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