zügen, bis ins Extrem. Er glaubte, wenn man etwas
derartiges tut, dann soll man es ohne viel Gerede und
Eindrucksschinderei tun. Wenn er in dieser Art nicht
gar so weit gegangen wäre, hätte er außerordentlich
populär werden können, Aber seine Absonderung
machte das unmöglich. Hätte er aber sich jemals be-
reitgefunden, irgendein schwieriges öffentliches Amt
zu bekleiden, so hätte ihn das amerikanische Volk bei
seiner großen Bewunderung für Erfolg und persönliche
Stärke wider seinen Willen zu einem Helden gemacht.
Im Juni 1910 wurde Morgan von der Harvard-
Universität zum LL. D. (Dr. jur. h. c.) ernannt, Präsi-
dent Lowell überreichte ihm die Urkunde mit folgen-
den Worten: „John Pierpont Morgan, verantwortungs-
bewußter Staatsbürger, Förderer von Literatur und
Kunst, Fürst unter den Geschäftsleuten, der durch
seine Geschicklichkeit, seine Geistesgaben und seinen
Mut zweimal in Zeiten der Not eine nationale Gefahr
und eine Finanzpanik abgewandt hat.” Als eine Kenn-
zeichnung von Morgans Stellung scheinen diese Worte
zu wenig, denn sie berühren nicht seine Eigenschaft
als aulbauender Finanzmann. Um die Charakteristik
zu vervollständigen, würde man ungefähr so fortfahren
müssen: „Der in einem Zeitalter ungeheuren industri-
ellen Fortschrittes, als der Charakter der industriellen
Einheiten naturnotwendige Änderungen erfuhr, mehr
als irgendein anderer tat, um für die neuen Verhält-
nisse eine feste, dauerhafte Grundlage zu schaffen.”
In diesem Zusammenhang darf erwähnt werden,
daß Morgan auch auf Grund einer Schenkung an die
Universität Göttingen, wo er studiert hatte, Ehren-
doktor dieser Universität geworden ist.
Der Einfluß des Namens Morgan, die Autorität
seiner Methoden und Gedanken, und, mehr konkret
gefaßt, der Einfluß seines Bankhauses war Morgans
„-
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