zu tragen, denn da der großangelegte, einheitlich auf-
gebaute Plan ins Wasser gefallen war, beschränkte
sich die Anleihesumme auf eine halbe Milliarde Dollar,
die durch mehrere Konsortien, darunter ein unter Mor-
gans Führung stehendes, aufgebracht wurde. Und noch
deutlicher zeigte sich das später, Wenn der ältere
Morgan ein Konsortium bildete, dann waren die er-
forderlichen Summen bereits so sicher vorhanden, als
wenn er selbst sie bar auf den Tisch gezahlt hätte.
Nur in ganz seltenen Fällen versagte diese seine Macht
über die Geldbeutel seiner Mitmenschen, Als aber z.B.
im Frühjahr 1926 ein unter der Führung von Morgan
stehendes Konsortium eine Anleihe von 100 Millionen
Dollar für Italien auflegte, konnte sie innerhalb der
festgesetzten Zeit nicht untergebracht werden, und
das Konsortium mußte seine Wirksamkeit um zwei
Monate verlängern.
Von seinem Vater unterscheidet sich John Pierpont
Morgan junior auch dadurch, daß er dessen Liebe für
Kunst nicht geerbt hat, Außerordentlich viel böses
Blut machte es, daß er sofort nach dem Tode seines
Vaters dessen ausgedehnte und unschätzbare Kunst-
sammlungen. unter den Hammer brachte, Man hätte
es von einem patriotischen Amerikaner in einem
solchen Falle wenigstens erwarten können, daß er sie
an Museen usw. seines Landes verschenkte, aber er
tat nichts dergleichen. Alles wurde einfach verauktio-
niert und an den Meistbietenden losgeschlagen. Es
bestand sogar die. Gefahr, daß die Kunstschätze, die
der ältere Morgan aus ganz Europa zusammengebracht
und über den großen Teich geschleppt hatte, wieder
nach dem alten Lande zurückwandern könnten, und
so wurde es für die amerikanischen Sammler fast
Ehrensache, jedes europäische Gebot auf diese Dinge
zu überbieten, damit die Schätze wenigstens in den
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