Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Vereinigten Staaten blieben. Um das unliebsame Auf- 
sehen, das dieser Schritt in der gesamten amerika- 
nischen Öffentlichkeit erregte, kümmerte sich Morgan 
blutwenig. 
Erst viel später besann sich Morgan anscheinend 
etwas mehr auf seine patriotischen Pflichten in dieser 
Hinsicht. So schenkte er im Januar 1921 seinen Palast 
am Hyde Park in London der amerikanischen Re- 
gierung für die Unterbringung der amerikanischen Bot- 
schaft, und im Januar 1927 bot er der Stadt New York 
an, ihr das Bibliotheksgebäude mit dem Rest der 
Sammlungen nach einer von ihm zu besorgenden Er- 
weiterung zu schenken. 
Auch die wohltätige Ader seines Vaters, der — 
wie so mancher reichgsewordene Amerikaner, um das 
Odium seines stets unter wenn auch unbeabsichtigter 
Vernichtung vieler kleiner Existenzen erworbenen 
Vermögens etwas zu mildern — mit vollen Händen für 
philanthropische und Unterrichtszwecke gegeben hatte, 
scheint Morgan junior nicht geerbt zu haben, Wenigstens 
ist von nennenswerten Stiftungen durch ihn nichts 
bekannt geworden. So erscheint er dem Außenstehen- 
den als der Nur-Geschäftsmann, der kein anderes In- 
teresse hat als ausschließlich sein Geschäft. 
Glaubhafter gemacht wird diese Einseitigkeit seines 
Wesens noch dadurch, daß er nicht, wie sein Vater, 
auch ein großer Industrieführer ist. Gewiß hat er immer 
noch die großen Industriekonzerne wie United States 
Steel, International Harvester Corporation, die Eisen- 
bahnen und den Schiffahrtstrust unter seiner Kontrolle, 
aber alle diese Unternehmungen scheinen für ihn nur 
die Rolle von Nebenbetrieben zu spielen, während er 
sich hauptsächlich als Bankier fühlt. Selbst seine Tätig- 
keit für die Rüstungsindustrie Amerikas, über die 
weiter unten noch genaueres folgt, war im wesent- 
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Morgan 
= 
gg
	        
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