lichen die eines Vermittlers von Aufträgen und Geld-
mitteln,
Am allerklarsten aber tritt diese Einseitigkeit —
die übrigens hier nicht als Schwäche bezeichnet wer-
den soll — wohl in seinem Verhalten in bezug auf die
Fragen der Sozialpolitik hervor, die in Amerika seit
dem Kriege ja in immer steigendem Maße diskutiert
werden. Der ältere Morgan war der Unternehmer
alten Stils, der eine Art patriarchalischen Verhält-
nisses zu den Arbeitern der unter seiner Kontrolle
stehenden Betriebe anstrebte, Gewerkschaftliche Be-
tätigung aber duldete er nicht, organisierte Arbeiter
wurden nicht angestellt. Er war ausgesprochen ein
Feind der Arbeiterbewegung, Daß er dabei weniger
den Schaden des Arbeiters als vielmehr das Wohl-
ergehen der Betriebe, für die er mit verantwortlich
war, im Auge hatte, das aber seiner Meinung nach
durch ein Mitbestimmungsrecht der Arbeiter bedroht
war, beweist wohl die Tatsache, daß er sie durch
Überlassung von Aktien (besser wohl gesagt Divi-
dendenbezugsscheinen) an der Entwicklung des Wer-
kes finanziell beteiligte. Jedenfalls kann man mit
Sicherheit annehmen, daß er eine festgefügte Meinung
über die Arbeiterfrage besaß,
Anders der junge Morgan. Er ist nicht für und nicht
wider die Arbeiterbewegung — sie ist ihm gleich-
gültig. Er interessiert sich nicht für sie. Es fehlen ihm
alle. Vergleichspunkte und Möglichkeiten, ihre Be-
rechtigung oder Nichtberechtigung zu prüfen, Er scheint
mit der gerade bestehenden Lage zufrieden zu sein
und sie als etwas Gegebenes hinzunehmen. So kommt
es, daß in manchen der seiner Kontrolle unterstehen-
den industriellen Unternehmungen den Arbeitern die
während des Weltkrieges errungenen Rechte wieder
streitig gemacht werden, während in anderen (z. B.
DER