eines Vorsitzenden des Aufsichtsrats zu erledigen
habe, auch werde er diesen Posten höchstens ein Jahr
innehaben, bis ein geeigneter Nachfolger gefunden sei,
da er nicht gedenke, seine Tätigkeit in seinem Bankhaus
durch die Arbeitslast, die ein leitender Posten in
einem so großen Konzern naturgemäß mit sich bringe,
verkürzen zu lassen,
Der Beginn von Morgans Tätigkeit zur Finanzierung
des Weltkrieges durch private Anleihen seines Bankhauses
an Rußland und Frankreich in den.Jahren 1914
bezw. 1915 wurde bereits am Anfang dieses Kapitels
erwähnt. Die erste große Anleihe der Alliierten in
den Vereinigten Staaten wurde im Sommer 1915 aufgelegt.
Morgan beabsichtigte, in Fortsetzung der Politik
seines Vaters in mehr oder weniger diktatorischer
Weise ein Konsortium aufzustellen, um diese Anleihe
auf dem amerikanischen Markt unterzubringen. Als
Betrag der Anleihe war eine Milliarde Dollar vorgesehen.
Aber die nicht unter seiner unmittelbaren
Führung stehenden Banken widersetzten sich, soweit
bekannt unter der Leitung des ernsthaftesten Konkurrenten
des Hauses Morgan im Kampf um die
Finanzmacht, des Bankhauses Kuhn, Loeb & Co., New
York, diesem Plan. So kam eine Anleihe im Betrage
von nur 500 Millionen Dollar zustande, von denen
Morgan 200 Millionen übernahm. 150 Millionen davon
gingen an Großbritannien.
Hierbei machte Morgan einen interessanten Versuch,
die Kontrolle des gesamten Geldwesens der Union
in seine Hände zu bekommen. Er versuchte nämlich, die
Bundesreserve-Banken (Federal Reserve Banks) der
Vereinigten Staaten zur Finanzierung dieser Anleihe
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