baren Bedingungen zu stellen. Denn es war ganz klar,
daß jemand, der nichts einnimmt, auch nichts zahlen
kann.
Auch in der Frage der Sanktionen legte Morgan den
Standpunkt der amerikanischen Bankiers fest, der
sich radikal von dem der französischen und belgischen
Regierung unterschied, Es war damals noch das Ruhrgebiet
besetzt, und Frankreich wollte dieses Pfand
eben nur gegen die Annahme des Sachverständigen-Gutachtens
durch Deutschland herausgeben. Es wollte
sich aber auch das Recht vorbehalten, bei jeder Verfehlung
Deutschlands gegen seine Zahlungsverpflichtungen
von neuem Sanktionen zu ergreifen, Von
Belgien wurde es hierbei kräftig sekundiert, Die
Amerikaner aber waren hiermit durchaus nicht einverstanden.
Ihnen, den Finanzmännern und Wirtschaftlern,
war der Eingriff der Franzosen in den
komplizierten Wirtschaftsorganismus des Ruhrgebiets,
der die deutsche Inflation erst zu einer Katastrophe
gemacht hatte, vollkommen unverständlich geblieben.
Sie trieben Politik auf wirtschaftlicher und finanzieller
Grundlage, während Frankreich beziehungsweise sein
Exponent Poincare Prestigepolitik trieb, der sich die
Wirtschaft anzupassen hatte. Etwaige neue Sanktionen,
meinten die amerikanischen Finanzleute, würden
von neuen, ebenso katastrophalen Folgen begleitet
sein. Während Morgan diese Gesiehtspunkte
den amerikanischen Sachverständigen gegenüber nur
andeuten brauchte und auch Poincare gegenüber
von dem er empfangen wurde, sicher sich sehr zurückhaltend
geäußert hatte, sprachen in einem späteren
Stadium der Verhandlungen Finanzmänner, die der
Morgangruppe angehörten, in aller Öffentlichkeit weit
schärfere Worte,
Der vierte wichtige Gesichtspunkt war der der
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