Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Kredit eröffnet. Er macht nun mit seinem Bankier aus, 
daß dieser Wechsel des amerikanischen Händlers an- 
nimmt, und benachrichtigt den Händler, er möge 
einen Wechsel auf 60 Tage auf die Londoner Bank 
ziehen unter Beigabe der Verschiffungspapiere. Der 
Bankier in New York kauft von dem Händler diesen 
Wechsel und liefert ihm so ohne Umstände und gegen 
eine kleine Vergütung das notwendige Bargeld, mit dem 
dieser dann die Farmer, von denen er die Baumwolle 
kaufte, bezahlt. So bringt der Effektenhändler einen 
Käufer in London — oder auch in Batavia, Siam oder 
an der afrikanischen Küste — mit einem Verkäufer in 
den Vereinigten Staaten zusammen. Die beiden stehen 
sozusagen vor seinem Zahltisch, und jeder empfängt, 
was ihm zukommt, obwohl sie in Wirklichkeit zehn- 
tausend Meilen voneinander entfernt sein können. Die- 
sen Geschäftszweig pflegte Morgan während des ersten 
Teiles seiner Laufbahn, und er lernte ihn in allen seinen 
Verästelungen gründlich kennen, blieb auch dabei, als 
der Bürgerkrieg ausbrach. 
Salmon P. Chase, Präsident Lincolns Schatzsekre- 
tär, kam nach der Niederlage von Bull Run nach New 
York und bat die Bankiers der Clearing House Asso- 
ciation, der Regierung in der großen Notlage, die ent- 
standen war, beizustehen. Der Kredit der Bundesregie- 
rung war weit unter den der Privatleute gesunken; 
Europa hielt die Regierung für erledigt, die ganze 
Brüderschaft der Rothschilds hatte die Taschen fest 
zugeknöpft und urteilte über das Risiko, den Vereinig- 
ten Staaten Geld zu leihen, ungefähr so, wie ein mo- 
derner Bankier den Vorschlag, heute Papiere der kon- 
föderierten Südstaaten zu kaufen, behandeln würde. 
Der Sekretär kam mit den Bankiers im Zimmer des 
Direktors über dem Hauptbüro der American Ex- 
change Bank zusammen und sagte ihnen: 
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Mordan 
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