Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

„Wir haben jetzt Gold wirklich nötiger als Trup- 
pen. Die Konföderierten hoffen, sich Gold zu ver- 
schaffen, indem sie Baumwolle nach Europa schicken, 
und wenn wir nicht eine Flotte bauen können, ver- 
mögen wir diese Ausfuhr nicht zu stören, Wir im 
Norden haben keine Baumwolle. Was sollen wir tun? 
Ich kann kein Geld herbeischaffen, ich kann nur meine 
Fonds verwalten. Sie müssen der Bundesregierung 
zeigen, wie sie sich das notwendige Gold verschaffen 
kann, sonst werden wir allesamt vor die Hunde gehen!” 
Wall Street trat vor die Front, aber — mit 12 
Prozent Zinsen! Selbst um diesen Preis war es wirk- 
lich kein Kinderspiel. Es gab in jeder Gruppe Leute, 
die den Untergang der Vereinigten Staaten voraus- 
sahen. Morgan selbst war in politischer Hinsicht Re- 
publikaner und glaubte fest an den Weiterbestand der 
Union. Obwohl er keine wichtige Rolle bei der Finan- 
zierung der Regierungsanleihen spielte, beschäftigte er 
sich damit, Gold aus Europa zu beschaffen, nachdem 
er bei Anfang des Krieges ein eigenes Geschäft auf- 
gemacht hatte. Außerdem hielt er das Haus Peabody 
dauernd auf dem laufenden, und zwar nicht nur über 
die Taten des Heeres, sondern auch über die finan- 
zielle Lage im Lande, über die Hilfsquellen und die 
Fähigkeit, jede Besteuerung auszuhalten, und über die 
Sicherheit vor Inflationsausgaben von Staatspapieren, 
Alles dieses hatte eine sehr fühlbare Wirkung auf fol- 
gende Weise. 
Charles Francis Adams, der damalige Vertreter der 
Vereinigten Staaten in Großbritannien, hatte nach- 
drücklich dagegen protestiert, daß in England Schiffe 
gebaut würden, die, wie er sagte, zum Dienst als kon- 
föderierte Kreuzer bestimmt waren, und besonders da- 
gegen, daß diese Schiffe aus britischen Gewässern zu 
ihren Kaperfahrten ausliefen. Er war soweit gegangen, 
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