Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

doch sehr eindrucksvoll, ihn seinen festen Glauben 
nicht nur an den sicheren Sieg der Nordstaaten, son- 
dern auch an die unerschöpflichen Hilfsquellen des 
Landes äußern zu hören, die, wie er sicher glaubte, 
ausreichend seien, alle denkbaren Kosten für die Be- 
endigung des Kampfes zu tragen, 
„Eines Tages werden wir das an natürlichen Hilfs- 
mitteln reichste Land der Welt sein“, sagte Morgan 
mit Nachdruck, in seiner abgehackten Redeweise. 
„Wir werden uns in harter Arbeit darangeben müssen, 
unsere natürlichen Hilfsquellen in Geld umzusetzen 
und die Kriegskosten zu bezahlen, sobald der Krieg 
zu Ende ist.“ 
Um zu würdigen, was das damals bedeutete, muß 
man sich vor Augen halten, daß noch im September 
1864 die Londoner „Times’“ meinten, daß die Inhaber 
von Papieren der konföderierten Südstaaten besser 
daran seien als die von Anleihen der Nordstaaten. 
Morgan arbeitete damals nicht für die Regierung, 
er hielt sich streng an seinen eigenen Pfad und hegte 
von Natur aus Abscheu gegen die Politik, Die Lage 
erforderte damals eine sehr vorsichtige und voraus- 
schauende Geschäftsführung, fast unberechenbare Fak- 
toren und scharfe Wechsel machten sich im Geschäfts- 
leben bemerkbar, Sowohl die Banken wie auch die 
Regierung saßen in einem Netz von Schwierigkeiten. 
Der Kongreß suchte sie durch Gesetze zu beheben, 
von denen aber einige sie nur noch vermehrten, Se- 
nator John Sherman brachte einen Gesetzentwurf 
durch, wonach auf. Anordnung der Regierung Green- 
backs (Dollarnoten) gesetzliches Zahlungsmittel wur- 
den. Dieses Gesetz sowie die Schaffung des nationalen 
Banksystems 1863 erwiesen sich sofort als hilfreich, 
denn sie verschafften dem Land reichliches Geld, wäh- 
rend früher ein Mangel an Scheidemünze bestanden 
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