Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

und nun will er sich auf das hohe Pferd setzen und 
eine eigene Meinung haben!‘ ... Und als schärfsten 
Tadel für ein solches Unterfangen dachte er sich, der 
Mann sei sicher ein verächtlicher Baissier. 
„Sie können natürlich draußen bleiben‘, sagte Mor- 
gan zuletzt eisig, „aber bilden Sie sich nur nicht 
ein, daß Sie nochmals mit uns Geschäfte machen 
können!“ 
Wenn eine Einzeichnungsliste für wohltätige 
Zwecke herumgeschickt wurde, etwa für eine Kirche 
oder dergleichen, schrieb Morgan aus purer Gewohn- 
heit die Namen seiner Freunde mit den Beträgen, die 
sie spenden sollten, hinein, Das Organisieren wurde 
ihm allmählich zur zweiten Natur, er bevormundete 
seine Freunde, als ob sie noch nicht großjährig wären. 
Ein Erlebnis des Bischofs Potter ist dafür ein gutes 
Beispiel, 
Bischof Potter verbrachte einen Sonntagnachmit- 
tag mit Morgan im Landhaus des letzteren in Highland 
Falls. Das Dorf dieses. Namens ist eine Eisenbahn- 
station an der West Shore Railroad, einige Meilen 
unterhalb von West Point, und die Schnellzüge halten 
dort nicht. Morgan berührte das natürlich wenig, da 
er stets. seine Yacht benützte, aber dem Bischof war 
es sehr unbequem. Er reiste nicht gern am Sonntag, 
hatte jedoch eine wichtige Verpflichtung in New York 
für denselben Abend, und er sagte, er werde wohl 
einen Personenzug nehmen müssen, der etwas vor der 
Superzeit abfuhr. 
„O nein“, sagte Morgan, „es kommt später noch 
ein Zug. Natürlich bleiben Sie zum Super hier,” 
„Ich weiß nichts von einem solchen Zug“, wider- 
sprach der Bischof, „und ich muß wirklich rechtzeitig 
in der Stadt sein, da ich noch einen Abendgottesdienst 
abzuhalten habe,‘ 
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