Nun lag der Hase im Pfeffer. Die Presse verhielt
sich ablehnend, ja feindlich. Jay Cookes Konkurrenten
fuhren nach Washington und hetzten gegen den Kon-
sortiumsgedanken. Seine Feinde gewannen das Ohr
des Präsidenten Grant. Schließlich organisierten die
Firmen Morton, Bliss & Co. und Drexel, Morgan & Co.
durch Morton und Morgan ein neues Konsortium, um
Cooke das Ausgabegeschäft zu entreißen. Das Finanz-
komitee wurde ein politisches Sturmzentrum.,
Morgans früherer Chef, William Butler Duncan,
teilte dem Komitee mit, er habe an dem Konsortium
von 1871 keinen Anteil gehabt, es sei ein sehr ge-
wagtes Unternehmen gewesen und während seiner
Lebensdauer habe es Zeiten gegeben, in denen es sehr
zweifelhaft gewesen war, ob man zu einem erfolg-
reichen Abschluß kommen werde. Er zweifle sehr, ob
bei der gegenwärtigen Lage auf dem Weltfinanzmarkt
ein neues Unternehmen in dieser Richtung auch nur
annähernd so erfolgreich sein werde wie das damalige.
Duncan riet, sich zwecks der Zeichnung der Anleihe
an das Publikum unmittelbar zu wenden.
Levi P. Morton, der Sprecher für das neue Kon-
sortium, wurde von dem Komitee am nächsten Tag
angehört. Auf Duncans Auslassungen erwiederte er
einfach: „Einige Leute haben geraten, die Regierung
solle warten, bis die Käufer zum Schatzamt kommen,
um ihre Schuldverschreibungen einzutauschen. Meiner
Ansicht nach könnte die Regierung lange warten, be-
vor jemand käme, um sechsprozentige Schuldscheine
in fünfprozentige umzutauschen.‘ Er sagte weiter, daß
er bereit sei, sich an dem neuen Konsortium zu be-
teiligen.
Die Morganpartei wurde gebildet von Mortons
amerikanischer und Londoner Firma, von Morgans
New Yorker und Londoner Haus und von den Barings.
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