548 Fünfundzwanzigstes Buch. Viertes Kapitel.
Reste der Nordarmee aber verloren sich nun nördlich der Festung
von Arras und Cambray nach Lille, Douai und Valenciennes:
wie im Süden, so war auch im Norden auf lange Zeit kein
neuer Angriff zu gewärtigen.
Inzwischen hatte in Paris am gleichen Tage mit der
Schlacht von St. Quentin in der Tat ein letzter großer Aus—
fall stattgefunden. Es war die erste wirkliche Schlacht wieder
nach einer Unternehmung, die ursprünglich genau für einen
Monat früher, den 19. Dezember, geplant gewesen war und
dann am 21. Dezember wenigstens zu den ungemein blutigen,
wenn auch erfolglosen Kämpfen um Le Bourget geführt hatte.
Seitdem war gegenüber dem' Versuche der Franzosen, sich
durch ein ausgedehntes System von Laufgräben und Batterien
an Le Bourget heranzuschieben, das von den Geschützen des
Mont Avron gedeckt wurde, dieser Berg durch die Deutschen in
artilleristischem Angriff von den Franzosen gesäubert worden;
auch war der Ingenieurangriff wie der artilleristische Angriff
gegen die Südfront der Stadt mit dem 5. Januar begonnen
und mit steigendem Erfolge fortgesetzt worden: schon hatten
die Forts erheblich gelitten, und täglich erreichten drei- bis
vierhundert Granatschüsse zum Teil die innere Stadt. Das
beunruhigte denn doch die Bevölkerung im höchsten Grade; die
Maires erklärten sich über das Bombardement sehr ungehalten,
und die Generäle folgten gern einer Weisung aus Tours, in
der der „Sieg“ der Nordarmee bei Bapaume verkündet war,
dieser Nordarmee durch einen Ausfall entgegenzukommen. So
kam es zu einem Ausbruch gegen Westen und zu der Schlacht
am Mont Valérien vom 19. Januar: aber wie der Ausfall in
ganz falscher, freilich allein noch möglicher westlicher Richtung
stattfand, so verlief er kläglich; um fünfeinhalb Uhr gab
General Trochu, schon wegen der unter den Nationalgarden
eingerissenen Zügellosigkeit, den Befehl zum Rückzug. Die
Deutschen hatten, bei einem Manne gegen vier, die Franzosen
nicht einmal bis an ihre Hauptstellung herankommen lassen,
und ihre bereit gehaltenen Reserven waren nicht zur Verwendung
gelangt.