Full text : Bremens Warenhandel und seine Stellung in der Weltwirtschaft

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dem  Auslande,  besonders  dem  überseeischen,  Rohstoffe  an  sich,
die  es  für  seinen  Lebensunterhalt  und  für  die  Versorgung  seiner
Industrie  benötigt.  Es  bezahlt  in  der  Hauptsache  mit  Fabrikaten.
Diese  sind  hochwertiger,  aber  leichter.  Es  wird  sich  bei  der  überseeischen ­
  Einfuhr  unter  normalen  Umständen  also  stets  ein  erhebliches ­
  Mehr  an  Gewicht  ergeben.  In  der  Tabelle  kommt  dies
deutlich  zum  Ausdruck:  das  Gewicht  der  via  mare  eingeführten
Gütermengen  verhält  sich  zu  dem  der  ausgeführten  ungefähr  wie
3  :  2.  Daran  läßt  sich  nichts  ändern.
Man  sollte  nun  meinen,  die  Weiterverteilung  der  von  Übersee ­
  eingeführten  hochgewichtigen,  an  sich  geringwertigen  Massengüter ­
  werde,  wie  es  aus  Gründen  der  billigen  Verfrachtung  zweckmäßig ­
  sei,  möglichst  auf  dem  Wasserwege,  hier  also  der  Oberweser, ­
  erfolgen.  Die  Statistik  beweist  jedoch  das  Gegenteil  und
führt  uns  gleich  eins  der  Schmerzenskinder  Bremens  vor,  die
Oberweserschiffahrt.  Sie  sei  wegen  der  Wichtigkeit,  die  die
Weser  als  Warenzubringer  für  Bremen  hat,  gleich  hier  kurz  besprochen. ­


4.  Die  Oberweserschiffahrt.
Das  Wesen  einer  Seehandelsstadt  bedingt,  daß  sie  den  internationalen ­
  Zwischenhandel  pflegt,  daß  sich  die  Warenströme  des
In-  und  des  Auslandes  in  ihr  treffen,  von  ihr  aus  weiter  geleitet
werden.  Wie  die  Schiffahrtslinien  als  Zubringer  im  Seehandel
dienen  und  der  Stadt  aus  allen  Ländern  der  Welt  die  Waren
zuführen,  die  ihr  »Hinterland«  braucht,  so  muß  sie  andererseits
auch  darauf  bedacht  sein,  aus  dem  eigenen  Lande  möglichst  viel
Waren  heranzuziehen,  die  sie  zur  Wiederbeladung  der  entlöschten
Schiffe  benutzen  muß  und  in  ihnen  in  alle  Himmelsrichtungen
hinaussendet.  Sie  darf  nicht  auf  einem  Bein  stehen,  sondern  muß
ihre  Wurzeln  so  weit  wie  irgend  möglich  in  den  zugleich  sie
nährenden  und  schirmenden  Boden  treiben.  Dadurch  wird  der
Handel  vor  Einseitigkeit  bewahrt  und  die  Schiffsräumte  besser
ausgenutzt.
Daß  Bremen  inbezug  auf  ein  aufnahmefähiges  und  für  die
Ausfuhr  tätiges  Hinterland  von  der  Natur  nicht  begünstigt  ist,  ist
ja  bekannt.  Hamburgs  mitteleuropäisches  Hinterland  erstreckt
sich,  dem  Laufe  der  Elbe,  ihrer  Nebenflüsse  und  der  verschiedenen
Kanalsysteme  folgend,  bis  weit  nach  dem  Süden  und  Osten  hin:
Die  Elbe  ist  schon  bis  zur  deutschen  Grenze  (Schandau)  750  km
weit  befahrbar,  die  Provinz  und  das  Königreich  Sachsen,  Berlin
            
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