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Die Gruppe.
ist z. B. die merkwürdig befreiende und anregende Wirkung, die in der
Schaffung eines glücklichen Wortes, d. h. in der sprachlichen Fixierung
eines Begriffs oder Urteils liegt. Jede solche Wortbildung bedeutet eine
Fixierung, vermöge derer das Denken zur Ruhe kommt und sich selber
gegenübertritt. Ist für den Begriff einmal das glückliche Wort gefun-
den, so ist dieser Begriff damit zunächst aus dem Zusammenhang des
übrigen Bewußtseins herausgelöst; damit ist die Möglichkeit einer viel
stärkeren Verdeutlichung und Klärung gegeben. Ferner hängen sich an
das einmal fixierte Wort wie an einen Magneten weitere verwandte Vor-
stellungen an, so daß er zu einem Verdichtungspunkt wird, vermöge
dessen der neu geschaffene Begriff und die damit verbundenen Urteile
fortgesegt neue Anwendungen finden und sich selbst klären können.
Eine ganz ähnliche Rolle spielt im Leben der Gesamtheit das Sprichwort,
das gewisse charakteristische Züge des menschlichen Lebens an einer
Reihe von Ereignissen immer wieder zu erkennen und im Bewußtsein zu
fixieren ermöglicht: ohne die Formel, die es bietet, würden diese Züge
im allgemeinen kaum beachtet werden; ohne sie würde weiter solche
Beachtung sich nicht summieren können zu einer einheitlichen Auffas-
sung. Endlich können wir auch die gesamte Wissenschaft unter unseren
Gesichtspunkt stellen. Meinungen über die menschlichen und die natür-
lichen Dinge gibt es auch außerhalb ihrer bei jedem Volk und in jedem
Kopf. Die Wissenschaft hebt eine Reihe solcher Meinungen, die sich auf
dasselbe Problem beziehen, zunächst aus dem natürlichen Zusammenhang
des menschlichen Bewußtseins heraus, indem sie deren Inhalte unter ganz
anderen, nämlich sachlichen Gesichtspunkten zusammenstellt. Sodann
mehrt sie planmäßig den Schag aller Erkenntnisse, die sich auf dasselbe
Problem beziehen, so daß wir auch hier die Funktionen der Isolierung
und Verdichtung wiederfinden.
Unsere Betrachtung bezog sich bisher nur auf die gesellschaftliche und geistige
Seite der Kultur. Sie gilt jedoch auch für deren technische Seite, also für das Be-
reich der Werkzeuge, Waffen, Geräte, Maschinen usw., nur daß hier an die Stelle
seelischer Erlebnisse die Tätigkeiten des menschlichen Leibes treten. Ihnen gegen-
über übt das Bereich der materiellen Kulturgüter ebenfalls die Funktionen der
Isolierung und Verdichtung aus. Ein paar Beispiele mögen hier genügen. Für die
Anfänge der menschlichen Werkzeuge ist dieser Gedanke bereits von Kapp und
Noir& ausgeführt worden: die Werkzeuge erseßen die menschliche Hand. Diese
ist von Haus aus ein universelles Instrument, zu einer Fülle von Verrichtungen be-
fähigt. Jedes einzelne Werkzeug dagegen wie Meißel, Bohrer oder Messer vermag
nur eine einzige dieser Tätigkeiten auszuüben: diese werden mithin durch die
Objektivierung isoliert. Einer einzelnen Tätigkeit vermag sich aber anderseits das
Werkzeug in viel höherem Maße anzupassen als die Hand, indem es von rohen
Anfängen durch eine lange Entwicklung immer mehr vervollkommnet wird: so
zeigt sich hier auch die Funktion der Verdichtung. Als zweites Beispiel sei die