Full text: Grundzüge der Theorie der Statistik

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Selbst in diesem sehr einfachen Beispiel bietet die Anwendung 
der hier entwickelten Formeln eine bedeutende Vereinfachung der 
Rechenarbeit. In andern, weniger einfachen Fällen kann es prak- 
tisch unausführbar werden, die Berechnungen ohne diese Hilfe durch- 
zuführen. 
Aufgabe 24. Berechne erst die Momente M, und M, um 3, demnächst die 
Potenzsummen s, (die Erwartung) und s, sowie die Momente der Abweichungen 
und die Streuung, wenn x die Anzahl Augen bedeutet, welche man mit einem 
nur unmerkbar falschen Würfel erhält. Wie groß werden die Momente 3. und 
4. Ordnung der Abweichungen? 
Aufgabe 25. Berechne Erwartung und Streuung in den zwei in der 
Aufgabe 23 und der Tabelle 15 erwähnten Fällen, indem zuerst die Momente 
um die Zahl 9 festgestellt werden. Untersuche, in welcher Weise das Moment 
M, um k mit dem Werte k variiert. 
Aufgabe 26. Wenn x die Zahl der weißen Kugeln (0 oder 1) bedeutet, 
welche man bei einer einzelnen Ziehung aus einem Beutel mit weißen und roten 
Kugeln, von denen der Bruchteil p weiß ist, bekommt, dann ist die Erwartung, 
wie oben ($ 123) angeführt, p; wie groß wird die Streuung? 
128. Wenn die zufällig variierende Größe x das Resultat einer 
Reihe von n hintereinander vorgenommenen, unabhängigen, alter- 
nativen Versuchen, wie z. B. die im Vorhergehenden behandelten 
Glückspiel-Erfahrungen, angibt, dann wird das Verteilungsgesetz, wie 
wir gesehen haben, binomial (mit Annäherung exponential) sein; 
l. h. die Wahrscheinlichkeit, daß x der n Versuche ein „günstiges“ 
Resultat gibt, ist 
= (?) X yD—X 
Px x PA 
wo 0< 
“ 
ale 
Es ließe sich nun mit Hilfe dieses Ausdrucks für Px und des 
Newtonschen Binomialtheorems direkt nachweisen (vgl. den Anhang), 
laß man für das Binomialgesetz 
E (x) = ss, = np bekommt 
und daß u* = E ((x — np)?) = npaqa ist. 
Da diese Ergebnisse im folgenden ($$ 138 und 149) in weit 
sinfacherer Weise erzielt werden können, wollen wir uns hier auf die 
Bemerkung beschränken, daß die Erwartung und Streuung beim bi- 
nomialen (und damit beim exponentialen) Verteilungsgesetz also ge- 
nau demjenigen entspricht, was wir oben „die erwartete Anzahl“ 
und den „mittleren Fehler“ genannt haben; und mit Hilfe dieser 
beiden Größen und der Tabelle 22 konnten wir sofort die Wahr- 
scheinlichkeit dafür angeben, daß das Ergebnis aus einer Versuchs- 
13*
	        
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