Full text: Grundzüge der Theorie der Statistik

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wo k eine Konstante ist, so erhält man demnach folgenden all- 
gemeinen Satz: 
Die mehrgliedrige Größe 
X—atbrkHey+dz-—..... 
wo a, b, c und d gegebene Zahlenkoeffizienten, während x, y und z 
zufällig variierende Größen sind, ist selbst eine zufällig variierende 
Größe, deren Verteilungsgesetz nicht ohne weiteres mit den Ver- 
teilungsgesetzen für x, y und z gegeben und daher im allgemeinen 
unbekannt ist, wenn nichts anderes vorausgesetzt oder gegeben ist: 
die Erwartung für X ist jedoch ohne Rücksicht hierauf 
E(X)=a+b-Elz)+c-E(y)+d-E(@z)..... 
138. Um ein Beispiel für die Anwendung dieses Satzes zu 
geben, können wir zu dem oben ($ 123) behandelten Falle zurück- 
kehren, wo x die Anzahl weißer Kugeln (0 oder 1) bedeutet, welche 
man bei einer einzelnen Ziehung aus einem Beutel mit weißen 
und roten Kugeln erhält, von denen der Bruchteil p weiß, der Rest 
1—p=d rot ist. Wir fanden hier, daß E (x) = p. Fragt man, 
wie groß die Erwartung ist, wenn x die Zahl der bei n Ziehungen 
erhaltenen weißen Kugeln bedeutet, dann ist die Antwort infolge 
des‘ gefundenen Satzes E (X) = np, also diejenige Zahl, um welche 
die Resultate aus wiederholten Versuchsreihen schwingen werden 
($ 119); denn die zufällig varlierende Größe, von der hier die Rede 
ist. ist 
X=xy tz. Am 
wo x, die Zahl der im ersten Zuge erhaltenen weißen Kugeln (0 oder 1), 
x, die Zahl der bei der zweiten Ziehung erhaltenen (0 oder 1) usw. 
bedeutet. Man erhält also 
EX)=p+?+p+...-.. + p(n Addenden) = np. 
Diese Antwort ist dieselbe, einerlei, ob die entnommenen Kugeln 
nach jedem Zuge vor einer nächsten Ziehung in den Beutel zurück- 
gelegt werden oder nicht (eventuell stellt man sich auch die Kugeln 
als auf einmal hintereinander gezogen vor). 
Wollte man die erfragte Erwartung direkt mit Hilfe der De- 
finition finden, so müßte man zwischen den vielen verschiedenen 
Arten, auf die sich die Kugeln ziehen ließen, unterscheiden. Die 
Grenzfälle bilden hier die zwei Fälle ($8 96 und 103), in denen die 
Wahrscheinlichkeit dafür, gerade r weiße Kugeln !zu erhalten, wie 
im Vorhergehenden erwähnt, jeweils
	        
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