Full text: Grundzüge der Theorie der Statistik

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welche für die Kugelversuche 
, 0,2736 ; 
u? = 799 = 0,002763 
ergibt, so sollte man denselben Wert finden, so daß man in Lexis’ 
Fall — für den Divergenzkoeffizienten Q — 
u’? 
arhielte, während man für die Kugelversuche faktisch 
Q = 0008500 = 1,105 feststellt. 
Aus der Definition des Wahrscheinlichkeitsbegriffs folgt un- 
mittelbar, daß, wenn r wiederholte Reihen zu je n alternativen Ver- 
suchen angestellt werden, bei denen die Wahrscheinlichkeit für 
„günstig“ einen gewissen festen Wert hat, sich die Verteilung der 
v relativen Häufigkeiten einem Exponentialgesetz nähern und „normale 
Dispersion“ zeigen wird, weil sich uw’ unter diesen Voraussetzungen 
u” nähert. Da diese Bedingung notwendig, aber nicht ausreichend 
ist, so ist der umgekehrte Satz jedoch nicht unbedingt richtig, und 
man kann also, wie Bortkiewicz bemerkt hat, von dem Umstand, 
laß Q?=1 ist, nicht ohne weiteres schließen, daß Versuche mit 
einer gewissen konstanten Wahrscheinlichkeit vorliegen ?). Q2?.ist 
ferner eine zufällig variierende Größe; wie Tschuprow gezeigt 
hat, tritt es daher nur unter gewissen Bedingungen ein, daß sich 
lie Erwartung E(Q?) für Q? dem Wert 1 nähert, wenn Zähler und 
Nenner in Q? allmählich gleich groß werden; es ist überhaupt kaum 
möglich, allein auf Grund eines empirischen Zahlenmaterials (also 
nicht ohne weitere Voraussetzungen apriorischer Art) endgültig 
festzulegen, ob sich die näheren Umstände bei den betrachteten 
Versuchen durch eine einzelne Wahrscheinlichkeit charakterisieren 
lassen oder nicht. 
Diese Frage hängt mit der Frage der Definition des Wahr- 
scheinlichkeitsbegriffes überhaupt zusammen ; es handelt sich in Wirk- 
lichkeit um dasselbe, was oben ($ 152) berührt wurde, nämlich darum, 
inwieweit es möglich ist zu erkennen, ob ein bei zwei oder mehr 
1) L.v. Bortkiewiecz, Kritische Betrachtungen zur theoretischen Statistik, 
|. Artikel, Jahrb. f. Nat. u. Stat. 3, Folge Bd. VIII, 1894, und Homogeneität und 
Stabilität in der Statistik, Skandinavisk Aktuarietidskrift, Bd. I, Uppsala 1918. 
Ferner A, Tschuprow, Zur Theorie der Stabilität statistischer Reihen, Skand. Akt. 
Bd. 1, 1918 und Ist die normale Stabilität empirisch nachweisbar ? Nordisk stat 
Cidskrift, Bd. I, Stockholm 1922.
	        
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