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gang von 0,3, und auf Sizilien (80) haben alle Gruppen fast die-
selben Zahlen. Hat man in einem Teile eines Reiches aus ethnischen
oder anderen Gründen eine wohlgewachsene Bevölkerung mit hohem
Kopfindex, während in einem anderen Teil das Gegenteil der Fall
ist, so wird es leicht geschehen können, daß die Zahlen für das ganze
Reich mit zunehmender Körperhöhe wachsenden Kopfindex aufweisen;
lies ist jedoch ein mehr formelles als reelles Verhältnis.
Auch die Beobachtungen über Haarfarbe weisen in gleicher
Richtung. Der kastanienbraunen Haarfarbe entspricht für das ganze
Reich ein etwas größerer Kopfindex als der schwarzen. Dies zeigt
sich auch für Sardinien allein, auf Sizilien gibt es jedoch gar
keinen Unterschied, und in Piemont ist der Unterschied recht un-
bedeutend. Wenn man hier den Ursachen auf die Spur kommen will,
wird es also notwendig sein, eine tiefgehende Spaltung des Materials
vorzunehmen, um über einigermaßen homogene Beobachtungen ver-
Mügen zu können.
Jedenfalls wird das hier Angeführte zeigen, daß man in der
Anthropometrie weitreichende Analogien zur Wahrscheinlichkeits-
rechnung hat und daß das Exponentialgesetz bei überaus vielen Ge-
‚egenheiten mit ausreichender Klarheit die Wirkung der Ursachen-
zomplexe hervortreten läßt. Wie ein solcher Ursachenkomplex in
seine Elemente aufgelöst werden muß, das ist indes eine Frage,
welche bei näherer Untersuchung in jedem einzelnen Falle zu be-
intworten ist.
191. Aus dem bereits Angeführten geht hervor, daß sich die
anthropometrischen Beobachtungen einerseits häufig um einen Durch-
schnittspunkt gruppieren, während andererseits wohl eine Verbindung
zwischen zwei Größen, z. B. der Körpergröße und dem Kopfindex,
festgestellt werden kann; diese Korrelation jedoch ist im ganzen
recht schwach. Aus der einen Dimension wird man also nicht die
übrigen berechnen können; der Mensch ist nicht in allen Richtungen
nach einer bestimmten Form gebildet; kleine Menschen z. B. können
einen sehr langen oder sehr breiten Kopf, großen Brustumfang usw.
3aben. Auf diesem Mangel an Proportionalität beruht das geniale
Identifizierungssystem, welches 1881 zuerst von Alph. Ber-
tillon (1853—1914) vorgeschlagen und danach von der Pariser
Polizeipräfektur in die Praxis umgesetzt wurde; später ist es mit
zroßem Vorteil in der ganzen Welt verwandt worden. Nach diesem
System sollte eine verdächtige Person sofort in verschiedenen Rich-
tungen gemessen, ferner von vorn und von der Seite photographiert