Full text: Grundzüge der Theorie der Statistik

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werden, da gerade das Ohr ein vorzügliches individuelles Kennzeichen 
ist. Um sich das System klar zu machen, kann man sich 10000 
Personen gemessen denken, welche nach der Länge des Kopfes in 
10 Abteilungen geteilt werden, so daß durchschnittlich also 1000 in 
jeder Abteilung sind. Wenn dann jede Abteilung wieder nach der 
Fußlänge in 10 Unterabteilungen geteilt wird und diese wieder auf 
Grund der inneren Beinlänge rubriziert werden, dann hat man 
zuletzt in jeder Spezialgruppe durchschnittlich nur 7955 der Gemes- 
senen, hier also 10, welche ohne Schwierigkeit auseinander gehalten 
werden können, da man auch andere Kennzeichen wie Kopfbreite, 
Länge des Mittelfingers usw. in Betracht zieht. Wenn eine ver- 
dächtige Person nunmehr zu identifizieren ist, läßt sich sehr leicht 
feststellen, ob sie früher gemessen worden ist oder nicht. Je kleiner 
die Korrelation zwischen den Massen ist, desto leichter läßt sich 
diese Methode augenscheinlich anwenden. — Es sind selbstverständ- 
lich übrigens nur die Prinzipien der Methode, welche hier dargestellt 
worden sind; es ist hier nicht unsere Aufgabe, alle technischen Einzel- 
heiten zu beschreiben; in der letzten Zeit werden besonders Finger- 
abdrücke benutzt, da diese ebenfalls für die einzelnen Individuen 
charakteristisch sind. Die Anwendbarkeit der Methode ist in den 
späteren Jahren durch den dänischen Polizeibeamten Hakon Jor- 
gensen verbessert worden (telegraphische Fernidentifizierung). 
C. Bevölkerungsstatistische Anwendungen, 
192. Eins derjenigen Zahlenverhältnisse, welche am frühesten 
die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken vermochten, ist die Sexual- 
proportion; hierunter wird im folgenden stets der Bruchteil der 
Geborenen, welcher männlichen Geschlechts ist (das Knabenprozent), 
verstanden. 
Wie im $ 72 gesagt, hat die eigentliche Geburtenfrequenz stark 
varliert (wir kommen weiter unten darauf zurück), während die 
Schwankungen, denen die Verteilung der Geborenen nach Geschlecht 
unterworfen gewesen ist, im Vergleich hiermit ganz unbedeutend 
waren, vgl. die Tabelle auf S. 99. Um die aus dieser Tabelle 
für Jahrzehnt zu Jahrzehnt ersichtlichen Veränderungen in der Größe 
der Sexualproportion zu untersuchen, kann man z..B. die mittleren 
Fehler der für die einzelnen Jahrzehnte gefundenen Verhältniszahlen 
und danach den mittleren Fehler der Differenz zwischen je zwei von 
diesen berechnen. Für die Periode 1820—929 erhält man auf diese Weise
	        
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