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195. Ist es auch oft schwierig, den wirkenden Ursachen auf
die Spur zu kommen, so ist die Sache sehr einfach, wenn man die
Geburten in Totgeburten und Lebendgeburten teilt. Es
zeigte sich oben ($ 73), daß das Risiko für eine Totgeburt bedeutend
größer bei Knaben- als bei Mädchengeburten ist, da die Sexual-
proportion wesentlich größer unter Totgeborenen als unter Lebend-
geborenen ist.
Für die ganze Periode 1820—1909 ergeben sich folgende
Zahlen:
Von je 1000 Sexualverhältnis (°/,o)
a sten T D N burt en Geborenen waren Geburten Totge-
pP E totgeboren überhaupt burten
Knaben 1.332 543 56 392 42 514 560
Mädchen 1.260 685 44 293 35 486 440
Zusammen 2593298 100 685 39 1000 1000
Wenn das Exponentialgesetz gilt, kann man also mit großer
Sicherheit schließen, daß Knaben weit häufiger als Mädchen tot zur
Welt kommen. Der Unterschied zwischen den zwei Verhältniszahlen
(0,046) hat einen mittleren Fehler von ungefähr 0,0016, eine Größe,
die im Vergleich zum Unterschied sehr klein ist.
Zum Vergleich des Geschlechtsverhältnisses in den einzelnen
Jahrzehnten kann man analog dem $ 192 die folgende Tabelle 36
aufstellen.
Totgeburten
1820—29 3.967
1830—39 4516
1840—49 5 392
1850—59 6879
1860—69 11.296
1870—79 16 242
1880—89 17 628
1890—99 18 384
1900—09 18 381
Zusammen 100 6535
Tabelle 36.
davon von je Differenz der Mittlerer
Kuab en 1000 waren Verhältnis- Fehler des
Knaben zahlen Unterschiedes
Kom
D
f
36
P
uU At
56 392
..
RB
Wie man sieht, ist die Übereinstimmung recht gut. Wird 0,560
als Ausgangspunkt gewählt (vgl. $ 192), und werden alle Ab-
weichungen von diesem Punkte für die 90 einzelnen Jahre in der
Weise berechnet, daß man sie überall mit dem mittleren Fehler als
Einheit mißt, so ergibt sich folgendes Resultat: