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ist. Aber selbst wenn man sich auf die Zeit vor 1871 beschränkt,
wird man größere Unregelmäßigkeiten in dem summarischen Geburten-
prozent beobachten, als mit dem Exponentialgesetz vereinbar ist.
Weit regelmäßiger werden jedoch die Zahlen, wenn die außer-
ehelich Geborenen ausgeschieden und die übrigen Geburten zu den
bestehenden Ehen ins Verhältnis gesetzt werden. Selbst dann
aber fallen die Schwingungen von Jahr zu Jahr im Vergleich mit
dem mittleren Fehler viel zu groß aus. Vor allem gilt es dann,
das Alter der Mutter zu berücksichtigen. Hier sei nur ein
einzelnes Beispiel aus der dänischen Statistik für das Jahr 1880 an-
geführt. In diesem Zeitpunkt konnte man (jedenfalls außerhalb der
Hauptstadt) noch keinerlei Abnahme der Geburtenhäufigkeit be-
merken. Wird nun auf Grund der Beobachtungen 1870—79 und
unter Berücksichtigung der Altersgliederung der verheirateten Frauen
die erwartete Anzahl von Geburten außerhalb der Stadt Kopenhagen
berechnet, dann ergeben sich 50140 eheliche Geburten mit einem
mittleren Fehler von ungefähr 200. Die faktische Zahl 50082
stimmt also mit dem erwarteten Ergebnis gut überein. Wäre nur eine
summarische Berechnung vorgenommen worden, so hätte man eine
im Vergleich zum mittleren Fehler weit größere Abweichung fest-
vestellt.
19%. Nach der Bestimmung der Geburtenzahl von Jahr zu Jahr
ist die Frage die, ob sich hinsichtlich der Totgeburtenfrequenz ähn-
liche Untersuchungen vornehmen lasssen wie die oben bezüglich des
Sexualverhältnisses der Geborenen angestellten. Man stößt hier auf
die Schwierigkeit, welche die Definition des Begriffes Totgeburt mit
sich führt. Einerseits kann von Aborten, welche vielleicht Tot-
geburten zugerechnet werden, die Rede sein, und andererseits können
Kinder, welche zwar geatmet, jedoch nur ganz kurz gelebt haben,
fehlerhafterweise als totgeboren angegeben‘ worden sein. Man kann
sich z. B. des Gedankens nicht erwehren, daß in Berlin im Jahre
1890 eine Änderung hinsichtlich der Auffassung des Begriffes Tot-
geburt stattgefunden haben muß, da die Totgeburtenfrequenz auf
einmal in ganz auffallendem Grade fiel. In einer kürzeren Reihe
von Jahren lassen sich jedoch oft vereinzelte Unebenheiten be-
obachten. Für die Jahre 1900—09 erhält man z. B. folgende Zahlen
für Totgeburten in Prozenten sämtlicher Geburten:
1900
1901
1902
1903
1904.
3,56
3,46
3,57
3,53
361
1905
1906
1907
1908
1909
3,59
3,63
3,64
3.63
379