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Mit einer Geburtenzahl von ungefähr 50000 wird der mittlere
Fehler der Differenz zweier aufeinander folgender Werte der Tot-
geburtenfrequenz etwa 0,0012 sein; man sieht, daß sich die Diffe-
renzen überall innerhalb der Grenzen für die zufälligen Abweichungen
halten.
198. Ebenso wie die Verteilung zwischen den beiden Ge-
schlechtern dieselbe ist, einerlei ob die Geburtenhäufigkeit groß
oder klein ist, so wird man auch bei einer Spaltung des Materials
nach anderen Richtungen eine bedeutende Ausgleichung der
Zahlen beobachten können; die wirkenden Ursachen üben also ihre
Wirkung auf sämtliche Gruppen aus. Als Beispiel nehmen wir die
Teilung der Geburten in eheliche und außereheliche. Be-
arbeitet man z. B. das ganze Material für Berlin für die Jahre
1820—1909, so ergibt sich, daß 3,51 %, der ehelich Geborenen und
5,04 9% der außerehelich Geborenen totgeboren waren. Es ist also
letztgenannte Zahl 72 %, größer als die erstere. Für die einzelnen
Jahrzehnte findet man folgende Zahlen:
Tabelle 37.
1820 — 2;
1830 —3*
1840—49
1850—59
L860— 69
1870—79
1880 —89
1890—99
L900.— 09
Überhaupt
Ehelich Geborene
davon totgeboren '
Anzahl 9
35 554
78553
065
«3372
1 90422
921
‚10 599
437 476
1925 118
“Doc
xß/
1 1:)4r
"92
7C
53
14.135
12816
120987
5 3
Außerehelich Geborene
davon totgeboren
Anzahl 9,
Überhaupt
78
IM
“38
52
52
87
7326
50
192
3568
14394
25
0,
7,3
1,9
4,6
48
5,5
4,9
5.1
Fr)
A A
nr
„632
R6 7207
Vergrößert man die hier für die ehelich Geborenen angeführten
Totgeburtenprozente um 72 %,, so ergibt sich eine Zahlenreihe von
ıngefähr denselben Bewegungen wie bei den außerehelich Geborenen,
ohne daß man jedoch zu einer deutlichen Übereinstimmung mit dem
Exponentialgesetz gelangen kann. Zwecks einer näheren Unter-
suchung der Bewegung in der Größe der Totgeburtenprozente wird
es jedoch nicht allein wünschenswert sein, die Veränderung von
Jahr zu Jahr zu betrachten, sondern auch verschiedene andere Ur-
sachen, welche eine bedeutende Rolle spielen, in allererster Linie
lie Geburtsnummer zu berücksichtigen (vgl. $ 348). Erst wenn
man das Material nach diesen Richtungen hin bearbeitet hat, kann
man mit einer Annäherung ans Gesetz rechnen. Daß keine Überein-